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Wenn es ums Teilen geht, geben Wölfe Hunden einen schlechten Ruf

Bei einer auf Touchscreens basierenden Futteraufgabe schienen Wölfe altruistischer zu sein als Hunde.

Dies steht im Gegensatz zu der Hypothese, dass bei Hunden im Laufe der Domestizierung dank ihrer engen Beziehung zum Menschen wohltätiges Verhalten auftrat. Es bestätigt jedoch eine alternative Idee, dass „prosoziales“ Verhalten (helfen, teilen oder kooperieren, was anderen Individuen oder der Gesellschaft zugute kommt) eine Eigenschaft ist, die von Wölfen stammt, die die Vorfahren von Hunden sind.

In der Studie, die am Wolf Science Center in Wien, Österreich, durchgeführt wurde, wurden neun Wölfe und sechs Hunde, die in Rudeln leben, darauf trainiert, ihre Nase gegen einen Touchscreen zu drücken, um einem sichtbaren Bewohner in einem angrenzenden Gehege Futter zu liefern.

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Im Laufe der Studie entschieden sich die Wölfe dafür, viel mehr Futter an das angrenzende Gehege zu liefern, wenn es ein Mitglied ihres eigenen Rudels enthielt, als wenn es von einem Nichtmitglied besetzt war. Dies bestätigt frühere Untersuchungen, dass Beziehungen ein wichtiger Teil der Prosozialität bei Wölfen sind.

Die Hunde hingegen lieferten bei Belegung durch ein Mitglied ihres Rudels im Vergleich zu einem Nichtmitglied kein Futter mehr in das angrenzende Gehege.

„Diese Studie zeigt, dass Domestizierung Hunde nicht unbedingt prosozialer macht“, sagte Studienleiterin Rachel Dale. "Vielmehr scheint es, dass Toleranz und Großzügigkeit gegenüber Gruppenmitgliedern dazu beitragen, ein hohes Maß an Kooperation zu erzeugen, wie es bei Wölfen zu sehen ist."

Zusammenarbeit ist für Wölfe wichtig, da sie bei der Jagd, der Revierverteidigung und der Jungenpflege zusammenarbeiten. Rudelhunde hingegen sind eher Einzelgänger.

Die Forscher warnen jedoch davor, diese Ergebnisse nicht mit Fido in Verbindung zu bringen. Anscheinend neigen Haushunde dazu, prosozialeres Verhalten zu zeigen als Rudelhunde, wahrscheinlich aufgrund von Training, Leckereien und Ermutigung durch ihre Besitzer. Es muss mehr Forschung betrieben werden, um die Unterschiede zwischen Rudelhunden und unseren geliebten Haustieren herauszuarbeiten.