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Altersvorsorge mit dem eigenen Depot

Altersvorsorge mit dem eigenen Depot

Die Lebenshaltungskosten steigen kontinuierlich, während die staatliche Rente den Altersvorsorgebedarf kaum noch abdecken kann. Und da sowohl die allseits bekannte Riester- als auch die sogenannte Rürup-Rente nicht nur als überteuert, sondern zudem auch als sehr intransparent gelten, verwundert es kaum, dass sich mittlerweile immer mehr Rentner höchstpersönlich um ihre Altersvorsorge kümmern möchten. Aber wie fängt man denn eigentlich am besten damit an? Wie und wo kann man Aktien, Fonds und Co. kaufen und lagern? Welche Wertpapiere eignen sich grundsätzlich am besten, um damit die Rente nachhaltig und möglichst sicher aufzubessern? Was bedeutet ETF? Und wie lassen sich teure Fehler beim Wertpapierhandel von vornherein vermeiden?

Das Wichtigste vorab: Die Investition in Aktienpakete und Börsenfonds sollte optimalerweise von Anfang an nur als ergänzender Baustein für die eigene Altersvorsorge angesehen werden. Darüber hinaus sollte man weder Schulden beziehungsweise laufende Kredite haben und – ähnlich wie bei der Geldanlage für die Enkelkinder – unter allen Umständen darauf achten, nur einen Teil des Vermögens anzulegen und gleichzeitig auf ein breitgefächertes und möglichst ausgewogenes Depot zu setzen. So verringert man das potentielle Verlustrisiko und behält außerdem einen gewissen Teil des Vermögens als Rücklage, um im Fall der Fälle nicht auf überteuerte Kredite zurückgreifen zu müssen. Zudem empfiehlt sich gerade für Einsteiger und Börsenneulinge eine langfristige Anlage über mehrere Jahre, da Fonds und Wertpapieranleihen mit kurzen Laufzeiten nicht umsonst als Hochrisikoanlagen gelten.

Wo kann ich Wertpapiere kaufen – und wie kann ich sie lagern?

Bevor man überhaupt mit dem Wertpapierhandel an der Börse beginnen kann, steht im ersten Schritt die Eröffnung eines speziellen Kontos an: das sogenannte Depot. Tipp: Da es mittlerweile viele verschiedene Anbieter mit zum Teil sehr unterschiedlichen Konditionen gibt, empfiehlt sich vorab ein ausführlicher Depotvergleich, um die laufenden Kosten möglichst gering zu halten. Das (Wertpapier-)Depot kann entweder direkt bei der Hausbank oder bei einem der zahlreichen Online-Broker und Direktbanken im Internet angelegt werden. Und auch hier lohnt sich definitiv ein vorheriger Vergleich, da sich die Kosten für die Eröffnung des Depots und die meist jährlich anfallenden Servicegebühren teilweise sehr deutlich voneinander unterscheiden können.

Der Kauf von Aktien, ETFs (Exchange Traded Funds oder auch börsengehandelte Indexfonds) und anderen Wertpapieren läuft in der Regel entweder über den jeweiligen Handelsplatz (Börse) oder über den Direkthandel, der vor allem Börsenneulingen immer wieder empfohlen wird, da man den Kauf hier direkt und relativ einfach über die Hausbank abwickeln kann. Wer die Wertpapiere nicht selbstständig ein- und verkaufen möchte, kann stattdessen den Bankberater damit beauftragen. Das hat zwar den Vorteil, dass man von dem Fachwissen eines Experten profitieren kann, allerdings fallen dafür die sogenannten Trading-Gebühren an, die den potentiellen Gewinn dementsprechend schmälern.

Welche Wertpapiere und Fonds sind besonders für die Altersvorsorge geeignet?

Für alle Anleger, die ihre Rente möglichst sicher und kontinuierlich aufbessern möchten, empfehlen sich entweder offene und aktiv gemanagte Fonds mit einer möglichst breiten Aktienstreuung oder passive Indexfonds (ETFs), die speziell für eine langfristige Anlage optimiert sind. Tipp: Ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem unabhängigen Finanzexperten kann dabei helfen, die Entscheidung zu vereinfachen. Kurzfristiger Wertpapierhandel, wie zum Beispiel das sogenannte Daytrading (also der tägliche Kauf und Verkauf von Aktien) oder geschlossene (Immobilien-)Fonds eignen sich hingegen kaum für eine sichere Altersvorsorge, da es sich hierbei in der Regel um sehr riskante Investments handelt, die im schlimmsten Fall sogar zu dem Verlust sämtlicher Einlagen und Ersparnisse führen können.

Gut zu wissen: Als besonders empfehlenswert gelten vor allem große Fonds-Anbieter (wie beispielsweise MSCI), die teilweise weit über eintausend verschiedene Aktientitel aus unterschiedlichen Industrieländern in einem einzigen Fonds zusammenfassen. Diese breite Streuung verringert das Ausfallrisiko zum Teil enorm und ermöglicht zudem eine stringente Wertsteigerung – auch über mehrere Jahre hinweg.

Weitere Tipps, um den Einstieg in den Wertpapierhandel zu vereinfachen

Abschließend sei gesagt, dass man optimalerweise nur dann im Bereich des Wertpapierhandels aktiv werden sollte, wenn man genug Geld auf der hohen Kante hat und eventuelle Verluste ohne Weiteres verkraften kann. Darüber hinaus empfiehlt sich stets eine möglichst breite Streuung der verschiedenen Wertpapiere – also eine Mischung aus unterschiedlichen (Einzel-)Aktien, ETFs und Fonds – um das Ausfallrisiko zu minimieren. Zudem gibt es bei einigen Online-Banken die Möglichkeit, ein Musterdepot einzurichten, um ein besseres Gefühl für den Wertpapierhandel zu bekommen – und praktischerweise nutzt man hier ausschließlich virtuelles Spielgeld, sodass man bei eventuellen Fehlentscheidungen keine finanziellen Verluste befürchten muss. Gerade für Einsteiger ist das eine interessante Option, um sich mit der richtigen Handhabung von einem Depot vertraut zu machen.


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