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An der Frontlinie der Pandemie: Mein Alltag als Supermarkt-Manager während COVID-19

Als Manager bei einer der führenden Lebensmittelketten Deutschlands waren die letzten Wochen eine echte Bewährungsprobe. 'Beispiellos' trifft es nicht einmal annähernd.

Es begann direkt nach der Ankündigung der Reisebeschränkungen aus Europa durch Präsident Trump. Am nächsten Tag knackten wir unseren Wochenendverkaufsrekord – an unserem sonst langsamsten Wochentag. Alle Regale waren leer, das Team hoffnungslos unterbesetzt. Solch einen Ansturm auf Toilettenpapier, Trockenwaren und Desinfektionsmittel hätte niemand vorhersehen können.

Lieferkettenprobleme bremsen die Erholung. Wir bekommen größere Lieferungen als je zuvor, aber nicht genug, um den Boom auszugleichen. Jeden Morgen bilden sich Schlangen mit Hunderten Kunden vor der Tür – jeder Tag wie Black Friday, nur für Dosenbohnen statt Fernseher.

In den Augen der Wartenden sehe ich Stress und Angst. Als Manager stehe ich an der Tür, bitte um Höflichkeit und Ordnung. Viele tragen Masken und Handschuhe, eilen durch den Laden, um schnell nach Hause zu kommen. Das Einkaufen fühlt sich für alle anders an.

Neulich füllte ich die Toilettenpapier-Regale auf – die letzte Kiste, 15 Minuten nach Öffnung. 'Wenn ich in fünf Minuten nicht zurück bin, sucht mich!', witzelte ich mit dem Kollegen. 'Bei Schreien komme ich nach!', konterte er. Es fühlte sich an wie aus The Walking Dead, nur dass ich das Opfer mit der Fracht war.



Der größte Herausforderung als Teamleiter: Die Motivation aufrechterhalten. Wie motiviert man Mitarbeiter, die täglich Tausenden ausgesetzt sind, während Isolation empfohlen wird? Einzelhandel steht an vorderster Front, mit höherem Infektionsrisiko. Angst herrscht bei Kunden und Teams gleichermaßen.

Meine Strategie: Ehrlichkeit. 'Seid vorsichtig, wascht Hände, desinfiziert alles – auch wenn die Haut leidet. Und danke: Dafür, dass ihr kommt, auffüllt und lacht.' Dan Rather nannte uns Helden – ich nehme es dankbar an. Mit neun Jahren Erfahrung im Lebensmittelhandel weiß ich: Wir sind essenziell.

Beim nächsten Einkauf: Spart euch Kommentare zu leeren Regalen. Wir wissen das und rackern uns ab. Desinfiziert stattdessen die Hände, lächelt und sagt Danke. Es bedeutet uns viel.



Flynn Rider arbeitet seit neun Jahren im Lebensmittelhandel. Neben der Versorgung der Kundschaft genießt er Disney-Filme mit seinen Kindern – sicher zu Hause.