Alkohol entspannt nach einem langen Tag – doch wie baut unser Körper ihn ab? Egal ob Bier, Wein oder Sekt: Hier erfahren Sie, wie die Leber das übernimmt und was Sie über Toleranz, Kater und mehr wissen sollten.
Alkoholabbau: Die Leber übernimmt die Hauptarbeit
Alkohol ist ein beliebtes Genussmittel, sei es das Feierabendbier oder Sekt zu Festen. Er wird fast vollständig vom Körper aufgenommen und löst den Rausch aus. Bereits im Mund dringt Alkohol über die Schleimhäute ein, der Großteil jedoch über die Magenschleimhaut.
Laut planet-wissen.de erreicht die Blutalkoholkonzentration nach etwa einer Stunde ihren Höhepunkt. Danach sinkt sie langsam, da der Alkohol über die Pfortader in die Leber gelangt. Dort wird er bei einem durchschnittlichen Erwachsenen mit rund 0,1 Promille pro Stunde abgebaut.
Warum bauen manche Menschen Alkohol schneller ab?
Der Grund liegt im biochemischen Abbauweg (Quelle: Florian Horn, „Biochemie des Menschen“, Georg Thieme Verlag, 5. Auflage):
- Zunächst oxidiert das Enzym Alkohol-Dehydrogenase Ethanol zu Acetaldehyd – ein starkes Zellgift und krebserregend.
- Zwei weitere Enzyme, Katalasen und P450-abhängige Monooxygenasen, spielen eine untergeordnete Rolle, gewinnen aber bei regelmäßigem Konsum an Bedeutung. Häufiger Alkoholkonsum fördert deren Produktion.
Manche vertragen mehr durch:
- erworbene Toleranz (mehr Abbau über Monooxygenasen),
- genetisch schnellere Enzyme
- oder höhere Enzymmengen.
Bei Monooxygenasen entstehen jedoch reaktive Sauerstoffspezies, die die Leber schädigen.
Macht Alkohol dick?
Acetaldehyd wird zu harmloser Essigsäure (Acetat) umgewandelt. Nordostasiaten haben hier oft zu wenig Enzym, weshalb sie Alkohol schlecht vertragen.
Beim Abbau fördert Acetat und NADH Fettbildung, indem Fettsäureabbau gehemmt wird. Acetyl-CoA dient als Baustein für Fette. Regelmäßiger Konsum begünstigt Übergewicht – ergänzt durch Kalorien aus Bier oder Wein und Heißhunger auf Fettreiches.
Hilft Alkohol beim Einschlafen?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) klärt auf:
- Alkohol macht müde, verkürzt aber Tiefschlafphasen – daher der Kater durch angereichertes Acetaldehyd.
- Er verursacht Dehydration durch vermehrten Harndrang und Nachdurst, was nächtliches Aufstehen erzwingt.
Alkohol hemmt zudem Muskelaufbau nach dem Training – das Sportbier lohnt sich nicht.
Kann man Alkoholabbau beschleunigen?
Frische Luft, kaltes Duschen, Sport oder Kaffee helfen nicht – der enzymatische Leberabbau lässt sich nicht forcieren.
Experte Wilhelm Flitsch (Universität Münster) rät: Süßes Frühstück wie Marmelade stabilisiert den Blutzuckerspiegel und lindert Schwäche.
Ein Glas kann guttun: Bis 12 g Alkohol bei Frauen (0,14 l Wein/0,3 l Bier), 24 g bei Männern (0,25 l Wein/0,6 l Bier) gelten als unbedenklich (Fachverband Sucht). Dennoch: Regelmäßiger Konsum schädigt als Zellgift. Eine Studie zeigt verkürzte Lebenserwartung schon bei Wenigem.
Zusammenfassend: Alkohol belastet den Körper nachhaltig.