Der ADI-Wert zeigt an, wie verträglich chemische Inhaltsstoffe in Lebensmitteln sind. Erfahren Sie hier, wie Sie ihn richtig interpretieren und was er genau aussagt.
ADI steht für „Acceptable Daily Intake“ – auf Deutsch „tolerierbare tägliche Aufnahme“ (Spektrum der Wissenschaft) oder „duldbarer Aufnahmemenge“ (BfR).
ADI-Wert: Die zentrale Messgröße in der Lebensmittelchemie
Als Grenzwert aus der Lebensmittelchemie gibt der ADI-Wert Auskunft über die Verträglichkeit chemischer Stoffe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont, dass toxikologische Experten hierbei potenzielle Gesundheitsrisiken umfassend bewerten.
Die European Food Safety Authority (EFSA) definiert den ADI-Wert als die geschätzte Menge eines Stoffs, die täglich lebenslang aufgenommen werden kann, ohne Gesundheitsrisiken zu bergen.
Der Wert taucht bei chemischen Stoffen in Nahrungsmitteln auf, etwa:
- Zusatzstoffe mit E-Nummern – Manche sollten Sie meiden, wie in unseren Artikeln zu riskanten E-Nummern beschrieben.
- Rückstände in Lebensmitteln oder Trinkwasser, z. B. von Pflanzenschutzmitteln oder Tierarzneimitteln.
ADI-Wert im Beispiel: Praktische Berechnung
Der ADI-Wert wird in mg/kg Körpergewicht angegeben.
Beispiel:
- Eine 60 kg schwere Person.
- Limonade mit Chinolingelb (E104): EFSA gibt ADI = 0,5 mg/kg an. Dieser Farbstoff in Süßigkeiten und Getränken steht im Verdacht, Hyperaktivität bei Kindern zu fördern.
- Tageslimit: 60 kg × 0,5 mg/kg = 30 mg.
Theoretisch könnte diese Menge lebenslang täglich konsumiert werden, ohne Risiken. In der Praxis addieren sich Mengen aus mehreren Produkten – prüfen Sie E-Nummern auf Etiketten!
- Überschauen Sie Ihren Speiseplan und die Mengen pro Produkt.
- Addieren Sie die Aufnahmen und vergleichen Sie mit Ihrem ADI-Limit.
So kontrollieren Sie jeden Zusatzstoff.
So entsteht ein ADI-Wert
Bei EU-Zulassungen von Zusatzstoffen prüft die EFSA gemäß Verordnung Nr. 440/2008 Risiken toxikologisch. BfR beschreibt Versuche an Zellkulturen und Tieren (tierschutzrechtlich minimiert), die Organschäden, Krebsrisiken oder Gentoxizität testen.
Aus dem Schwellenwert (ab dem Schäden auftreten) wird durch Teilen mit einem Unsicherheitsfaktor (oft 100) der sichere ADI abgeleitet – inklusive Puffer für individuelle Unterschiede.
Die EFSA strebt ADI-Werte für jeden Stoff an; bei unzureichenden Daten oder bekannter Harmlosigkeit entfällt er.
ADI-Wert im Trinkwasser
In der konventionellen Landwirtschaft können Pestizide ins Grundwasser sickern. BfR leitet Trinkwasser-Leitwerte aus ADI-Werten ab, um Verunreinigungen zu begrenzen.
Für pestizidfreie Produkte empfehlen wir Bio-Qualität mit strengen Siegeln wie Demeter, Bioland, Naturland oder dem EU-Bio-Siegel.