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Eisbaden: Vorteile für Immunsystem und Kreislauf – Risiken und sichere Tipps

Bei eisigen Temperaturen ins Wasser tauchen: Eisbaden gewinnt an Popularität. Erfahren Sie von Experten, wie Sie sicher Winterbaden gehen und welche gesundheitlichen Effekte es hat.

Wenn das Thermometer tief fällt und Schnee weht, endet für die meisten die Badesaison. Nicht jedoch für Eisbader:innen, die den Winter herbeisehnen.

In diesem Beitrag beleuchten wir, was Eisbaden ausmacht, seine Wirkungen auf den Körper und die entscheidenden Sicherheitsmaßnahmen – basierend auf Studien und langjähriger Praxis.

Was ist Eisbaden?

Beim Eisbaden senkt man den Körper bis zum Kopf für Sekunden bis Minuten in Wasser nahe dem Gefrierpunkt. Anhänger erwarten ein starkes Immunsystem und einen robusten Kreislauf. Die Tradition reicht bis nach Russland, doch der Trend erobert Deutschland: Laut Süddeutscher Zeitung zählen bundesweit rund 3000 Eisschwimmer:innen dazu.

Fortgeschrittene schwören auf die „Wim-Hof-Methode“: Tiefes Atmen mindert den Kälteschock, gefolgt von einer kurzen Atemanhaltephase. Erfinder Wim Hof, niederländischer Extremsportler, meisterte Barfuß-Halbmarathon am Polarkreis und den Kilimandscharo nur in Badehose.

Eisbaden: Gesundheitsboost oder Risiko?

Richtiges Saunieren bolstert die Abwehrkräfte durch Hitze. Kann Kälte denselben Effekt erzielen?

Wissenschaftlich fehlt ein klarer Beweis für ein gestärktes Immunsystem. Doch Studien belegen Gefäßtraining: Beim Eintauchen verengen sich Hautgefäße, Blut strömt in innere Bahnen – so hält der Körper die Kerntemperatur. Die resultierende Hyperämie stabilisiert Blutdruck und Herz-Kreislauf-System. Weitere Forschung deutet auf positive Effekte beim Insulinspiegel, anderen Hormonen sowie bei Rheuma, Fibromyalgie oder Asthma hin.

Eisbaden löst Adrenalin und Endorphine aus – für den typischen „Kick“ und Euphorie, die der psychischen Gesundheit langfristig nützen könnte. Ähnlich wirkt regelmäßiges Kalt duschen gegen Depressionen durch Beta-Endorphin und Noradrenalin.

Dennoch mahnen Forscher: Untrainierte riskieren den Tod durch Kälteschock, Leistungsabfall oder Unterkühlung.

Sicherheitstipps für Eisbaden

Ärzt:innen raten zu schrittweiser Gewöhnung. Wim Hof empfiehlt Einstieg mit kalten Wechselduschen. Mehr dazu in unserem Artikel Kalt duschen: So gut ist es für die Gesundheit.

Für Ungeübte oder Kranke kann Eisbaden tödlich sein. Konsultieren Sie einen Kardiologen, um Herzprobleme auszuschließen – Kälteschock birgt Rhythmusstörungen oder Stillstand.

Niemals allein baden! Bei Eislöchern ist erfahrene Aufsicht essenziell, um Ertrinkungsunfälle zu vermeiden.

Vor, während und nach dem Bad beachten:

  • Nur bei klarem Wetter und Windstille.
  • Joggen 15 Minuten vorab (www.eisschwimmer.de).
  • Nur bis Brust eintauchen, Mütze aufsetzen – Kopf verliert viel Wärme.
  • Handschuhe bei empfindlicher Haut.
  • Maximal 5 Minuten baden.
  • Schnell umziehen.
  • Heißer Tee und warme Umgebung danach.