Als erfahrene Umwelt- und Verbraucherschützerin weiß ich: Halogenorganische Verbindungen sind weit verbreitete Lösungsmittel, die nicht nur in Farben und Lacken, sondern auch in Textilien und Kosmetikprodukten vorkommen. Hier erfahren Sie, warum diese Stoffe gesundheitsschädlich sind und wie Sie sie effektiv meiden können.
Halogenorganische Verbindungen bestehen aus den Halogenen Brom, Jod, Fluor und Chlor in Kombination mit Kohlenwasserstoffen. Ihre lösenden Eigenschaften machen sie unverzichtbar in Farben, Lacken, Klebstoffen, Kosmetika und chemisch behandelten Textilien.
Die bekanntesten halogenorganischen Verbindungen
Unter diesem Begriff fallen zahlreiche Stoffe. Zu den prominentesten gehören:
- DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan), einst ein weit verbreitetes Insektizid, das über kontaminierte Lebensmittel in den Nahrungskreislauf gelangte. Aufgrund seiner starken Giftigkeit wurde es in Deutschland bereits 1972 verboten.
- PCP (Pentachlorphenol) wirkt fungizid und wurde als Holzschutzmittel sowie Imprägniermittel in Textil- und Lederindustrie eingesetzt. Es ist giftig und krebserregend; seit 1989 in Deutschland verboten, in Ländern wie den USA jedoch noch im Einsatz.
- PCB (polychlorierte Biphenyle), eine Gruppe von Verbindungen, die in den 1950er bis 1970er Jahren in Elektrobau-teilen, Fugenmassen, Anstrichen, Flammenschutzmitteln und Weichmachern vorkamen. Seit 1989 verboten, können sie aber in älteren Gebäuden bei Sanierungen freigesetzt werden und Gesundheitsrisiken bergen.
Halogenorganische Verbindungen in der Textilindustrie
Neben DDT, PCP und PCB gibt es rund 1.000 weitere Varianten – nicht alle gut erforscht oder verboten. In Textil- und Kosmetikproduktion sind sie häufig vertreten, wie Öko-Test berichtet. Sie können Allergien auslösen oder langfristig schädigen.
Die Textilbranche setzt vor allem A.O.X. (adsorbierbare organische Halogenverbindungen) ein, bei denen X für verschiedene Halogene steht. Laut Internationalem Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) sind künstliche Varianten wie organische Chlorverbindungen (z. B. Dioxine, Atrazin, DDT) giftig und oft krebserregend. Sie dienen der Oberflächenveredelung wie Imprägnierung. In der EU weitgehend verboten, in anderen Ländern noch gängig.
Kosmetik: Halogenorganische Verbindungen im Alltag
Auch in Kosmetik stecken sie, allen voran Triclosan, das antibakteriell wirkt und in Desinfektionsmitteln, Zahnpasta, Seife, Duschgel, Puder, Cremes oder Deos erlaubt ist – bis 0,3 %. Öko-Test und Verbraucherzentrale warnen vor seiner Schadwirkung, doch er ist in vielen Produkten noch erlaubt, wenngleich seltener (z. B. nicht mehr in Zahnpasta).
Halogenorganische Verbindungen erkennen und vermeiden
Bei Textilien ist die Erkennung schwierig, da Inhaltsstoffe selten deklariert sind – besonders bei Importen ohne EU-Standards. Tipp: Wählen Sie EU-Produkte mit Siegeln wie IVN-Best, GOTS oder Made-in-Green von Oeko-Tex. Details: Schadstoffe auf der Haut: Diese Siegel garantieren giftfreie Kleidung (Greenpeace-Empfehlung).
In Kosmetik: Achten Sie auf Deklarationen. Antibakterielle Produkte prüfen! Stoffe mit Chlor(o)-, Brom(o)-, Fluor(o)- oder Iod(o)- in der INCI-Liste meiden, z. B. Chloroacetamide oder Iodoproynyl Butylcarbamate.