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Stimmungsschwankungen: Ursachen aufdecken und gezielt lindern

Gelegentliche Schwankungen der Stimmung sind normal. Werden sie jedoch extrem oder beeinträchtigen den Alltag, lohnt es sich, die Ursachen genauer zu beleuchten – als erfahrene Expertin für psychische Gesundheit rate ich dazu.

Stimmungsschwankungen: Normale vs. pathologische Ausprägungen

Die meisten von uns erleben ein natürliches Auf und Ab der Gefühle. Umwelteinflüsse und innere biochemische Prozesse sorgen für ständigen Wandel. Moderate Launenwechsel zwischen fröhlichen und trügeren Tagen sind meist harmlos.

Pathologische Stimmungsschwankungen treten jedoch abrupt und stark auf, ohne klare äußere Auslöser. Sie belasten den Alltag, lenken ab und fordern Nachdenken über Ursachen. In solchen Fällen empfehle ich dringend, einen Arzt zu konsultieren.

Wann zum Arzt gehen?

Suchen Sie umgehend medizinischen Rat, wenn:

  • Das emotionale Wechselbad über Tage anhält oder wiederholt auftritt.
  • Ihre Stimmung extrem schwankt, z. B. zwischen Euphorie und Tiefs.
  • Sie die Schwankungen nicht erklären können.
  • Weitere Symptome körperlich oder psychisch hinzukommen.
  • Sie sich im Alltag stark eingeschränkt fühlen.

Häufige Ursachen von Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen haben vielfältige Ursachen. Notieren Sie Häufigkeit und Intensität, prüfen Sie familiäre Vorbelastungen. Körperliche Faktoren oder Begleitsymptome anderer Erkrankungen sind gängig:

  • Prämenstruelles Syndrom (PMS): Vor der Menstruation treten bei Betroffenen oft psychische und körperliche Symptome auf, inklusive Stimmungsschwankungen.
  • Migräne: In der Prodromalphase vor Kopfschmerzen können Stimmungsschwankungen auftreten – diese Phase variiert individuell und kann jederzeit beginnen.
  • Magnesiummangel: Ein Bluttest klärt das; ggf. folgen Aufbaupräparate.
  • Natriummangel (Hyponatriämie): Führt zu Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen.

Schwere Erkrankungen wie Demenz, Multiple Sklerose, Parkinson, Bipolare Störung oder Borderline-Persönlichkeitsstörung können ebenfalls verursachen, oft mit weiteren erkennbaren Symptomen.

Lebensphasen mit hormonellen Umbrüchen fördern Schwankungen:

  • Pubertät
  • Wechseljahre
  • Schwangerschaft und postpartum

Sie gelten meist als normal, doch bei starkem Leidensdruck holen Sie ärztliche Unterstützung ein.

Selbsthilfe bei Stimmungsschwankungen

Bei zugrunde liegenden Erkrankungen oder Mängeln entwickeln Sie mit Ihrem Arzt eine Therapie. Ergänzend helfen folgende Maßnahmen:

Bewährte Hausmittel

  • Beruhigende Pflanzen wie Melisse, Baldrian, Lavendel oder Johanniskraut wirken ausgleichend bei regelmäßiger Anwendung.
  • Traubensilberkerze lindert hormonell bedingte Beschwerden.
  • L-Tryptophan fördert Serotonin-Produktion für bessere Stimmung und Schlaf. Quellen: Kartoffeln, Nüsse, Milchprodukte, Geflügel – oder als Supplement.

Wichtig: Hausmittel ergänzen, ersetzen keine Therapie. Klären Sie mit Ihrem Arzt ab und testen Sie individuell.