Die soziale Distanzierung während der COVID-19-Pandemie hat viele in eine depressive Stimmung versetzt – Sie sind damit nicht allein. Ein aktueller Bericht zeigt, dass die Ausstellung neuer Antidepressiva-Rezepte um fast 19 % gestiegen ist. In unseren Kliniken melden sich zunehmend Patienten mit Depressionen, Angststörungen und suizidalen Gedanken.
Wenn Sie ähnliches erleben, hier gehirnbasierte Strategien, die ich als Psychiater meinen Patienten empfehle, um in dieser unsicheren Zeit die Stimmung zu heben.
Neuverdrahtung der "Negativitätsneigung" Ihres Gehirns
Das menschliche Gehirn ist evolutionär auf Negatives ausgerichtet – eine Schutzfunktion unserer Vorfahren. Doch heute schadet es, in Ängsten und Depressionen zu verharren. Wussten Sie, dass jeder Gedanke Neurochemikalien freisetzt? Mit rund 60.000 Gedanken täglich fluten diese unseren Körper.
Negative Gedanken wie Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit lösen unangenehme Chemikalien aus, positive hingegen euphorisierende. Bei Selbstisolation und Fokus auf Negatives überschwemmen schlechte Stoffe Ihren Organismus.
Um wohltuende Neurochemikalien zu aktivieren, suchen Sie aktiv die positiven Aspekte der Isolation. Stellen Sie sich diese Fragen:
- Was ist toll daran, zu Hause zu bleiben?
- Freuen Sie sich über keine Staus oder überfüllte U-Bahnen auf dem Weg zur Arbeit?
- Nutzen Sie die Zeit, Neues wie Meditation zu lernen?
- Haben Sie mehr Zeit für Ihren Hund oder Ihre Katze?
Strukturieren Sie Ihre Tage positiv: Starten Sie morgens mit „Heute wird ein toller Tag!“ und reflektieren Sie abends: „Was ist heute gut gelaufen?“
Diese Ansätze können Ihre Stimmung spürbar verbessern. Bei anhaltenden Depressionssymptomen konsultieren Sie bitte einen Arzt. Bei suizidalen Gedanken rufen Sie die National Suicide Prevention Lifeline unter 1-800-273-8255 an.