Die COVID-19-Pandemie hat unser Leben grundlegend verändert und viele Menschen mit Schlafstörungen konfrontiert. Immer häufiger berichten Betroffene von ungewöhnlich intensiven oder beunruhigenden Träumen, die als „Pandemieträume“ bekannt wurden.
Um die Ursachen zu ergründen und Lösungsansätze zu finden, haben wir Dr. Eva Selhub, Ärztin und renommierte Expertin für Stressmanagement und Geist-Körper-Medizin, befragt.
Warum beeinflusst COVID-19 unsere Träume?
Die Wissenschaft des Träumens ist komplex, doch Experten wie Dr. Selhub sehen Träume als Verarbeitung täglicher Erlebnisse und Emotionen. „Träume festigen Erinnerungen, indem sie aufnehmen, was wir tagsüber hören, sehen und denken“, erklärt sie. „Diese Inhalte schleichen sich oft in den Schlaf ein.“
Da viele abends Nachrichten über die Pandemie konsumieren, ist ein „Pandemietraum“ naheliegend. Studien zu den Anschlägen vom 11. September zeigen, dass beunruhigende Medieninhalte Träume stark beeinflussen können. Die Amygdala, zentral für Angstverarbeitung, ist im Traumzustand aktiv.
Weitere Forschungen bestätigen: Negative Tageserlebnisse fördern negative Träume – oder wir interpretieren sie negativer.
Träume als Stresssignal
Seltsame Träume hatten evolutionär Sinn, wie Dr. Selhub erläutert: „Bei Gefahr, etwa vor einem Löwen, will der Körper nicht schlafen. Stresshormone wie Noradrenalin halten uns wachsam.“
Selbst mit geschlossenen Augen wirken diese Hormone nach. Die bloße Vorstellung von Risiken löst Kampf-oder-Flucht aus. „COVID-19 bedroht unseren Lebensunterhalt – Krankheit, Wirtschaft, Unsicherheit. Fürs Gehirn ist das wie eine Löwenjagd“, sagt Selhub.
Stress verkürzt Tiefschlaf und verlängert REM-Phase, wo Träume entstehen.
Gestörte Routinen als Faktor
Auch veränderte Tagesabläufe spielen eine Rolle. Neue Erfahrungen boosten Gedächtnis-Chemikalien, was intensivere Träume begünstigt. Wenn Träume Gedächtnis verarbeiten, erklärt das die gesteigerte Komplexität.
Verschobene Schlafzeiten, weniger Bewegung oder Durchschlafprobleme führen zu leichterem Schlaf – mehr REM-Zeit.
So lindern Sie Plandemieträume
Heutige intensive Träume sind meist Stressreste und schaden der Erholung. Sie können Einsichten bieten, verursachen aber oft Benommenheit.
Dr. Selhub rät, den Körper mit Ernährung, Bewegung und Achtsamkeit zu stärken, um Stresshormone zu reduzieren:
- Nachrichten dosieren. Informieren Sie sich morgens und nachmittags, nicht abends.
- Schlafhygiene pflegen. Passen Sie sich dem zirkadianen Rhythmus an: Tageslicht, feste Essens- und Schlafzeiten.
- Meditieren lernen. 10–20 Minuten täglich, vor dem Schlafengehen und bei nächtlichem Aufwachen, um Ängste zu lösen.
- Achtsamkeit üben. Beobachten Sie Ängste neutral, nutzen Sie Atemtechniken und fokussieren Sie Dankbarkeit.
- Helfen Sie aktiv. Unterstützen Sie Hilfsorganisationen gegen Hilflosigkeitsgefühle.
- Sozial verbinden. Gemeinschaften, auch spirituelle, erleichtern Erholung durch geteiltes Wachen.
Falls Ihre Träume kürzlich unruhig waren: Sie sind nicht allein. Mit diesen Schritten gelingt bessere Erholung. Der „Löwe“ COVID-19 wird vergehen – bleiben Sie gesund und ausgeruht.
Wenn Sie schwanger sind, stillen oder Medikamente einnehmen, konsultieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie mit einer Nahrungsergänzungsroutine beginnen. Es ist immer optimal, einen Gesundheitsdienstleister zu konsultieren, wenn Sie überlegen, welche Nahrungsergänzungsmittel für Sie geeignet sind.