Fortschritte in der psychischen Gesundheit sind von unschätzbarem Wert, insbesondere wenn sie auf natürlichen, nicht-invasiven Methoden wie körperlicher Bewegung basieren. Je mehr wir über effektive Therapien wissen, desto besser können wir Betroffenen helfen, ihr Wohlbefinden zu steigern.
Eine aktuelle Studie der University of Vermont unterstreicht dies eindrucksvoll. Forscher zeigten, dass Bewegung als therapeutische Intervention in stationären psychiatrischen Einrichtungen Symptome bei Patienten signifikant mildert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie die Aufenthaltsdauer verkürzen und den Bedarf an Psychopharmaka verringern könnte.
In psychiatrischen Kliniken greifen Praktiker traditionell zuerst zu Medikamenten gegen Symptome wie Wut, Angst und Depression, statt natürlicher Ansätze wie Sport zu priorisieren.
David Tomasi, Psychotherapeut und Gruppentherapeut am University of Vermont Medical Center sowie Leiter der Studie, erklärt: Praktiker verlassen sich oft auf klassische psychotherapeutische und pharmakologische Methoden, um den Entlassungszeitpunkt zu bestimmen. Nur wenige US-amerikanische Kliniken bieten psychotherapeutisch begleitete Fitnesseinrichtungen.
In der Studie richteten Tomasi und sein Team eine Trainingsanlage für 100 Patienten der stationären Psychiatrieabteilung ein. Sie führten 60-minütige Trainingseinheiten sowie Ernährungsprogramme durch. Psychotherapeuten bewerteten selbstberichtete Daten zu Stimmung, Selbstwertgefühl und Selbstbild vor und nach den Sessions.
Die Ergebnisse bestätigten Erwartungen: Patienten berichteten nach dem Training von reduzierter Wut, Angst und Depression sowie gesteigertem Selbstwertgefühl und besserer Stimmung.
Medikamente bleiben für schwere Erkrankungen essenziell. Dennoch unterstreicht die Studie die transformative Kraft von Bewegung auf Psyche und Gehirn. Sie ebnet den Weg für integrative Therapien.
„Priorität haben natürliche Strategien gegen Stimmungsstörungen, Depressionen und Angst“, betont Tomasi. „Psychiatrische Einrichtungen sollten Bewegung als primäre Ressource für das psychophysische Wohlbefinden integrieren.“