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Neue AAP-Leitlinien: Kinderärzte sollen trans- und nicht-binäre Kinder geschlechtsbejahend unterstützen

Mit einer Geschlechtsidentität aufzuwachsen, die nicht in die traditionellen binären Kategorien von Mann oder Frau passt, kann für Kinder verwirrend, entfremdend und belastend sein. Viele trans- und nicht-binäre Kinder fehlen Gleichaltrige oder Erwachsene, mit denen sie sich identifizieren können. Der Mangel an offenen Gesprächen und Informationen über Geschlechtervielfalt führt oft zu Isolation und erhöhtem Risiko für psychische sowie körperliche Gesundheitsprobleme.

Die American Academy of Pediatrics (AAP) hat kürzlich eine Grundsatzerklärung veröffentlicht, die Kinderärzte und Gesundheitsexperten aufruft, trans- und nicht-binäre Kinder mit vorurteilsfreier, geschlechtsbejahender Betreuung zu unterstützen. Diese Leitlinien bieten klare Empfehlungen: Sensible Behandlung Jugendlicher, ein Glossar zu Geschlechterbegriffen und evidenzbasierte medizinische Optionen zur Geschlechtsbestätigung.

"Der Hauptgrund für diese Arbeit ist, die oft dramatischen Folgen für ungestützte trans- oder geschlechtsnichtkonforme Jugendliche zu verhindern", erklärt Dr. John Steever, Professor für Pädiatrie an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai und Spezialist für Jugendmedizin, in der New York Times. "Ohne Unterstützung entwickeln viele Depressionen, Suizidgedanken, Suchtprobleme, sexuell übertragbare Infektionen – einschließlich hoher HIV-Raten bei trans Frauen –, häusliche Gewalt oder Diskriminierung. Unser Ziel: Diese Risiken minimieren."

Die AAP stützt sich auf Studien: Etwa 0,6 % der US-Erwachsenen – rund 1,4 Millionen Menschen – identifizieren sich als trans oder nicht-binär. Bei Jugendlichen fehlen genaue Daten, Schätzungen nennen rund 150.000 trans Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren. Viele berichten, bereits mit acht Jahren ein anderes Geschlechtsgefühl gehabt zu haben.

Das empfohlene Modell der geschlechtsaffirmativen Versorgung nimmt die Geschlechtsidentität selbst junger Kinder ernst, statt auf ein bestimmtes Alter zu warten. "Forschung zeigt: Präpubertäre Kinder mit trans-Identität kennen ihr Geschlecht ebenso klar wie cisgender Altersgenossen", heißt es in der Erklärung. "Frühe Akzeptanz stärkt Bindung und Resilienz für Kind und Familie."

Ein Viertel der trans Erwachsenen vermeidet Arztbesuche aus Angst vor Diskriminierung. Die Leitlinien zielen darauf ab, dies in der nächsten Generation zu verhindern.

Sie besprechen Pubertätsblocker für Kinder unter 16 Jahren, um die Geschlechtsidentitätsentwicklung zu erleichtern, sowie Schritte zu sozialer, rechtlicher, medizinischer und chirurgischer Bestätigung.

Diese mutige Erklärung fordert Kinderärzte zur Entstigmatisierung auf, integriert Geschlechtersensibilität in Ausbildungen, drängt Versicherer zur Kostenübernahme und die Regierung zu mehr Forschung. Ein Meilenstein für die Gesundheit trans- und nicht-binärer Jugendlicher in den USA.