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Schlechter Schlaf erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Was Studien belegen

Zahlreiche Studien belegen den engen Zusammenhang zwischen Bewegung und Herzgesundheit. Intensives Training regt die Blutzirkulation an und hilft, Herzkrankheiten sowie Schlaganfälle vorzubeugen. Doch Ihr Herz braucht ebenso Erholung.

„Schlaf ist eine entscheidende Säule der Gesundheit – genauso wichtig wie ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung für Ihr Wohlbefinden“, erklärt Natalie Dautovich, PhD, Assistenzprofessorin an der Virginia Commonwealth University und Umweltwissenschaftlerin der National Sleep Foundation.

Mehrere aktuelle Studien haben den Einfluss von Schlaf auf die Herzgesundheit untersucht. Ein auf der Konferenz der European Society of Cardiology 2018 präsentiertes Papier zeigte: Männer mittleren Alters, die weniger als fünf Stunden pro Nacht schliefen, hatten in den nächsten 20 Jahren ein doppelt so hohes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Männer mit 7–8 Stunden Schlaf.

Das Risiko unregelmäßigem Schlafs

Eine Studie in der Zeitschrift Nature ergab, dass Menschen mit unregelmäßigen Schlafmustern öfter übergewichtig waren, höheren Blutdruck und Blutzucker aufwiesen – klassische Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall in den nächsten zehn Jahren hatten. Im Vergleich: Regelmäßige Schlafrhythmen mit fester Bett- und Aufstehzeit schützten besser.

Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt, doch Leitende Forscherin Jessica R. Lunsford-Avery, PhD, Assistenzprofessorin am Duke University Medical Center, betont: Unregelmäßige Schlafer hatten in der Studie weniger Bewegung, mehr Stress und Depressionen – Faktoren, die die Herzgesundheit beeinträchtigen.

„Viele Ärzteratschläge zur Herz- und Stoffwechselgesundheit – bessere Ernährung, längerer Schlaf, mehr Bewegung – sind essenziell, aber oft schwer umzusetzen“, gibt Lunsford-Avery zu. „Tracken Sie Ihre Schlaf- und Wachzeiten mit App oder Notizbuch, um Muster zu erkennen und einen regelmäßigeren Rhythmus aufzubauen.“

Nicht nur Schlafmangel belastet das Herz: Eine 2018 in Neurology veröffentlichte Studie mit 16.733 Männern fand, dass weiße Männer mit mehr als 9 Stunden Schlaf pro Nacht ein 70 % höheres Schlaganfallrisiko hatten als solche mit normalem Schlaf.

Zu viel Schlaf vs. zu wenig

Interessant: Schwarze Männer mit weniger als 6 Stunden Schlaf hatten ein 80 % geringeres Schlaganfallrisiko als solche mit 7–8 Stunden. Forscherin Virginia J. Howard, PhD, von der University of Alabama at Birmingham, hebt hervor: Dies war eine der ersten Studien zu Rasse, Schlafdauer und Herzgesundheit.

„Kurzschläfer“ unter 6 Stunden – die National Sleep Foundation empfiehlt Erwachsenen 7–9 Stunden – sollten kein Schlafmangel unter der Woche durch Wochenend-Aus sleeping kompensieren, rät Dautovich. „Kompensatorischer Schlaf bringt nicht die gleichen Vorteile wie konstanter, qualitativ hochwertiger Schlaf. Langes Schlafen am Wochenende kann das Einschlafen montags erschweren und zu neuen Defiziten führen.“

Praktische Tipps für besseren Schlaf

Um mit gutem Schlaf Herzerkrankungen vorzubeugen, empfiehlt Lunsford-Avery: „Steigern Sie die Regelmäßigkeit Ihres Schlaf-Wach-Rhythmus: Stellen Sie den Wecker täglich zur gleichen Zeit – auch am Wochenende – und halten Sie eine feste Schlafenszeit ein.“