Haben Sie schon einmal gehört, dass Sie neurotisch, gestresst oder pessimistisch wirken? Oder kämpfen Sie mit Selbstkontrolle, Planung und Motivation? Solche Persönlichkeitsmerkmale hängen eng mit Schlafproblemen zusammen, darunter schlechte Schlafqualität und Schlaflosigkeit.
„Diese Merkmale stehen nicht nur mit Schlafstörungen, sondern auch mit Herzkrankheiten, Diabetes und einer kürzeren Lebenserwartung in Verbindung“, erklärt Katherine Duggan, PhD, Postdoktorandin an der University of Pittsburgh. „Zielgerichtete Interventionen, die auf Persönlichkeit abgestimmt sind, könnten Schlaf verbessern und damit die Lebensqualität sowie die körperliche Gesundheit steigern.“
Das ist besonders relevant für die geschätzten 50–70 Millionen Amerikaner:innen mit Schlafstörungen.
Gute Schlafhygiene – wie fester Schlafrhythmus, kühler und dunkler Raum, Bildschirmverbot im Schlafzimmer und Verzicht auf Alkohol – fördert den Schlaf. Doch was, wenn Ihre Persönlichkeitsmerkmale diese Bemühungen konterkarieren?
Persönlichkeitsstile, die schlaflose Nächte begünstigen
Katherine Duggan leitete eine Studie in PLOS One, die geringe Gewissenhaftigkeit (z. B. fehlende Planung, Zeitmanagement und Motivation) sowie hohen Neurotizismus als starke Prädiktoren schlechter Schlafhygiene identifizierte. Negative Emotionen erschweren das Einschlafen. Menschen mit hohem Neurotizismus empfinden Schlafstörungen oft intensiver, was die Probleme verstärkt, so Duggan.
Wenn Sie zu negativen Gefühlen neigen, melden Sie häufiger Insomnie-Symptome. Eine Studie in The Lancet führt Schlaflosigkeit auf fünf „gestresste“ Persönlichkeitstypen zurück, etwa solche, die abends zu erregt sind oder wenige positive Emotionen spüren und depressionsanfällig sind.
„Negative Emotionen stören den Übergang in erholsamen Schlaf“, betont Dr. Zlatan Krizan, Professor an der Iowa State University.
Krizan mitverfasste eine Studie, die Neurotizismus mit schwankender Schlafdauer und -qualität verknüpft. Im Gegensatz dazu fördern Extraversion, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit besseren Schlaf – oft durch gesunde Gewohnheiten wie regelmäßigen Sport.
Persönlichkeit lässt sich nicht einfach umschalten. Bedeutet das lebenslange Schlafmangel, wenn sie Schlaf stört? Keineswegs.
So arbeiten Sie gezielt mit Ihren Eigenschaften
Persönlichkeit verändert sich: Gewissenhaftigkeit nimmt mit dem Alter zu, Therapien können helfen. „Schlaf und Gesundheit lassen sich durch Persönlichkeitsanpassungen verbessern“, sagt Duggan. „Noch effektiver: Persönlichkeitsbasierte Schlafinterventionen, die Risikogruppen identifizieren und Maßnahmen individualisieren.“
Forscher:innen in The Lancet empfehlen Meditation zur Entspannung und kognitive Verhaltenstherapie gegen negative Gedanken. Krizan schlägt vor: „Verstehen Sie, wie Ihre Persönlichkeit den Schlaf beeinflusst, und minimieren Sie Störfaktoren. Bei abendlichen Sorgen helfen Routinen, den Einfluss zu dämpfen.“