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5 häufige Angstformen in unsicheren Zeiten – Bewährte Strategien von Expert:innen

Die Welt hat sich durch die globale Pandemie grundlegend verändert, und Umfragen zeigen einen Anstieg der Angst. „Das ist absolut nachvollziehbar“, erklärt Rachel Gersten, lizenzierte Therapeutin und Gesundheitstrainerin. „Wir waren es gewohnt, ein gewisses Sicherheitsgefühl zu haben – auch wenn wir wussten, dass das Leben unvorhersehbar ist. Die Pandemie hat das brutal entrissen, und die Anpassung fällt vielen schwer.“

Unsicherheit nährt Angst, betont Julia Kogan, PsyD, Gesundheitspsychologin mit Fokus auf Stress und Schlafstörungen. Sie treibt uns dazu, katastrophale Zukunftsszenarien zu erfinden, die uns nicht schützen, sondern nur ängstigen – mit Auswirkungen auf Gesundheit und Fitnessziele.

Selbst wer mit der Unsicherheit zurechtkommt, kämpft oft mit Überforderung, sagt Heather Lyons, PhD, lizenzierte Psychologin und Mitgründerin von WithTherapy. „Später in der Pandemie verschmelzen Arbeit und Privatleben, viele Eltern fürchten Homeschooling neben dem Job.“

Viele, die früher selten Angst kannten, erleben sie nun täglich. Welche Formen treten auf, und wie gehen Expert:innen vor? Hier die fünf häufigsten – mit praktischen Tipps.

1. Gesundheitsangst

Es ist normal, auf Symptome zu achten, doch jedes Husten oder Niesen als COVID-Zeichen zu deuten, signalisiert Gesundheitsangst.

„Viele Klient:innen beobachten übertrieben Husten, Niesen oder Atemveränderungen“, berichtet Kogan. Ein klares Zeichen: anhaltende Krankheitsängste trotz Wohlbefindens, negativer Tests oder Arztbesuche.

So gehen Sie damit um: Tiefenatmung und Therapie.
„Aktivieren Sie täglich die Entspannung“, rät Kogan. Angst löst Kampf-oder-Flucht aus – Tiefenatmung aktiviert die Beruhigung. „Schon Minuten täglich wirken Wunder.“
Therapie lohnt, wenn Angst Beziehungen, Selbstfürsorge oder Arbeit stört, sagt Lyons.

2. Isolationsangst

„Soziale Distanzierung weckt eine neue Angstform“, beobachtet Lyons. Studien belegen: Soziale Bindungen schützen die Gesundheit.

„Wir sind für Verbindung gemacht – nun fehlt Berührung und nonverbale Signale bei digitalen Kontakten“, ergänzt sie. Das erschöpft statt zu beleben. „Viele fühlen sich einsam und fürchten, es bleibe ewig so.“

So gehen Sie damit um: Bleiben Sie im Hier und Jetzt.
"Fangen Sie ‚Was-wäre-wenn‘-Gedanken ab und kehren Sie zur Gegenwart zurück“, schlägt Kogan vor. „Konzentrieren Sie sich auf Bekanntes und Kontrollierbares.“

3. Wiedereintrittsangst

Die Rückkehr zu Arbeit, Schule und Alltag ängstigt massiv, sagt Kogan. „Früher klare Regeln – nun muss jeder Grenzen setzen.“

Vermeidung ist ein Schlüsselzeichen, warnt Lyons: „Nicht nur Aktivitäten, sondern sogar Gedanken daran.“ Oder ständiges Grübeln lähmt Produktivität und Soziales.

So gehen Sie damit um: Strukturierte Anpassung.
"Routen für Arbeit/Privat, Freude, Sport, Ernährung und Alkohollimit reduzieren Stress“, empfiehlt Kogan. „Struktur beruhigt, Planung stimuliert.“

4. Schlafangst

„Hoher Stress erschwert Einschlafen, Durchschlafen und Aufstehen“, erklärt Kogan. Paradox: Gerade jetzt brauchen viele mehr Schlaf.

Gründe: Erhöhte Muskelspannung trotz Erschöpfung; abendliche Angst mit Gedankenspiralen; weniger Aktivität draußen hemmt Müdigkeit. „Erzwungener Schlaf verstärkt Angst.“

So gehen Sie damit um: Erdungsübung.
"Atmen Sie tief, nennen Sie drei Dinge, die Sie sehen, hören, fühlen“, rät Gersten. „Das erdet und stoppt Gedankenspiralen.“

5. Nachrichtenangst

„Doomscrolling durch Corona-Nachrichten steigert Angst“, warnt Gersten. Mehr Infos sind nicht immer besser.

„Es beginnt beruhigend, wird zwanghaft und schürt Ängste durch sensationalistische Headlines“, analysiert Lyons.

So gehen Sie damit um: Reflektieren und Grenzen setzen.
"Fragen Sie: Neues Wissen oder Wiederholung?“ rät Gersten. „Pausen vor Schlaf oder Essen fördern Achtsamkeit.“