Guarana wirkt deutlich stärker als Kaffee und ist eine beliebte natürliche Energiewechsel. Als Experten für pflanzliche Stimulanzien erklären wir den Anbau der Lianenpflanze und die ökologischen Risiken dahinter.
Guarana: Eine lianenartige Pflanze aus dem Regenwald
Wuchsform: Obwohl Guarana zur Familie der Seifenbaumgewächse gehört, wächst es nicht als Baum, sondern als Liane oder Strauch – bis zu 15 Meter hoch.
Entwicklung: Junge Pflanzen haben braune, behaarte, verholzte Äste, die mit der Zeit weicher und kahl werden. Die großen, länglichen bis ovalen Blätter erreichen bis zu 35 cm Länge. Tiefrote Blüten verblassen zu hellen Tönen, bevor die 3 cm großen, kapselartigen Früchte reifen. Reif öffnen sie sich augenförmig und enthüllen schwarze Samen.
Verbreitungsgebiet: Die exotische Pflanze gedeiht in tropischem und subtropischem Klima, heimisch im Amazonasregenwald. Dort wächst sie wild inmitten vielfältiger Dschungelpflanzen. Erntehelfer wandern täglich 5 bis 10 km auf Pfaden.
Ernte und Verarbeitung: Die Früchte lagern 4 bis 6 Tage in Säcken, bis die Schale abfällt und der Koffeingehalt auf 4 Prozent steigt. Die Kerne werden zerstampft, von Hand sortiert, gewaschen und enthülst. Die Schalen dienen als Naturdünger. Anschließend trocknen die Kerne in der Sonne auf 7 Prozent Feuchtigkeit – Stunden bis Tage. Ein Windkanal entfernt Staub, bevor alles zu Pulver gemahlen wird.
Die Schlüsselingredenzien von Guarana
Der Hauptstoff ist Koffein: Guaranapulver enthält 0,9 bis 7,6 Prozent – weit mehr als Kaffee mit 1,2 bis 1,3 Prozent. Guarana-Koffein ist zudem körperlich besser verträglich.
Diese Wirkstoffe machen Guarana so wirkungsvoll:
- Koffein: Es setzt nach ca. 45 Minuten ein, erreicht das Maximum verzögert und hält bis zu 6 Stunden an – gebunden an Gerbstoffe, die langsam abgebaut werden.
- Gerbstoffe: Sie töten Bakterien ab, regen den Magen-Darm-Trakt an und eignen sich daher als Durchfallmittel.
- Saponine: Diese Seifenstoffe entwässern, stimulieren Nieren und Darm, wirken antibakteriell gegen Salmonellen und Cholera-Bakterien.
- Theophyllin und Theobromin: Sie fördern Nieren, Herz und wirken anregend.
Die Wirkungen von Guarana
Koffein und Guarana steigern:
- Energie, Wachheit und Leistungsfähigkeit.
- Die Nierentätigkeit.
- Verdauung, Lunge und Leber.
- Die Herztätigkeit durch Gefäßerweiterung.
- Die Gehirnaktivität.
- Mögliche Nebenwirkungen: Herzrasen, Bluthochdruck, Nervosität, Schlafstörungen, Zittern. Selten Allergien oder Bauchschmerzen.
- Als "Schlankmacher" umstritten, da es Hunger unterdrückt.
- Studien zeigen blutverdünnende Effekte gegen Thrombosen.
Guarana hilft oft gegen Kater. Erhältlich als Pulver, in Getränken, Kapseln, Müsliriegeln oder Kaugummi.
Mehr zu den gesundheitlichen Wirkungen von Guarana findest du hier.
Guarana richtig anwenden
Zubereitung: 1 Teelöffel Pulver in 250 ml heißem Wasser verrühren, kurz ziehen lassen.
Achtung: Max. 3–4 g täglich, um Herzrasen oder Bluthochdruck zu vermeiden. Beachten Sie Packungsangaben wegen variierendem Koffeingehalt. Schwangere und Hypertoniker sollten verzichten.
Guarana aus ökologischer Perspektive
Wie viele Tropenprodukte reist Guarana lange Wege. Im Unterschied zu monokulturellem Kaffee stammt es aus natürlichem Habitat.
Für Nachhaltigkeit: Mäßiger Konsum und Bio- sowie Fairtrade-Siegel wählen. Diese garantieren faire und umweltschonende Bedingungen.
Es gibt auch regionale Alternativen zu Guarana und Kaffee.