Palmzucker hat sich als natürlicher Zuckerersatz einen Namen gemacht. Doch wie gesund ist dieser Pflanzenzucker wirklich, und was ist mit seiner Nachhaltigkeit? Als Ernährungsexperten haben wir die Fakten recherchiert.
Palmzucker (traditionell auch „Jaggery“ genannt) wird aus dem Blütensaft verschiedener Palmenarten gewonnen. In Asien genießt er eine jahrhundertealte Tradition und ist mittlerweile auch in Deutschland in Bioläden und Supermärkten erhältlich.
Palmzucker schmeckt milder und karamellig als herkömmlicher Zucker. Wie Rohrzucker oder Rübenzucker besteht er hauptsächlich aus Saccharose.
Herstellung von Palmzucker
Die Basis bildet der Saft aus aufgeschnittenen Blütenstände von Attapalme, Zuckerpalme oder Dattelpalme. Dieser zähe Saft wird zu Sirup eingekocht, kristallisiert und zu feinem Streuzucker gemahlen.
Eine besondere Variante ist Kokosblütenszucker, der ausschließlich aus Kokospalmen gewonnen wird.
Ist Palmzucker gesünder als herkömmlicher Zucker?
Viele Hersteller preisen Palmzucker als gesündere Alternative. Unsere Recherche ergab jedoch keine wissenschaftlichen Studien, die dies belegen. Palmzucker schadet nicht mehr als normaler Zucker – doch deutlich gesünder ist er nicht. Zucker bleibt Zucker.
Ein Vorteil ist der glykämische Index (GI): Bei Palmzucker liegt er bei 35, bei Haushaltszucker bei ca. 68. Dadurch steigt der Blutzucker langsamer an, was länger satt hält. Hohe GI-Werte können langfristig die Cholesterinwerte erhöhen.
Ähnlich niedrige GI-Werte weist heimischer Honig auf, der zudem nachhaltiger und günstiger ist.
Palmzucker: Nachhaltige Alternative?
Palmzucker ist in Bio-Märkten und gut sortierten Supermärkten weit verbreitet. Aber wie umweltfreundlich ist Palmzucker?
Pro:
- Im Gegensatz zu Ölpalmens werden Zuckerpalmen nicht in Monokulturen angebaut und nicht gefällt. Die Produktion gilt als weitgehend nachhaltig, bestätigt durch Organisationen wie Lebensraum-Regenwald e.V.
- Sie schafft Arbeitsplätze für asiatische Kleinbauern. Sechs Palmen reichen oft, um eine Familie zu ernähren – so die Schätzungen von Lebensraum-Regenwald e.V.
Contra:
- Hauptsächlich aus Südostasien importiert, mit langen Transportwegen trotz nachhaltigem Anbau.
- Hoher Preis: Bis zu 30 Euro pro Kilo.
Fazit: Palmzucker in Maßen genießen. Besser: Regionaler Bio-Honig – günstiger, nachhaltiger und mit kürzeren Wegen für einen geringeren ökologischen Fußabdruck.