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Nüsse einweichen: Reduziert das Phytinsäure und verbessert die Nährstoffaufnahme?

Als Ernährungsexpertin kläre ich, ob das Einweichen von Nüssen vor dem Verzehr sinnvoll ist. Wir beleuchten die Rolle der Phytinsäure und wann diese Maßnahme Vorteile bringt.

Nüsse sind nährstoffreich und gesund, enthalten aber auch Phytinsäure, die die Aufnahme von Mineralstoffen behindern kann. Einweichen soll dies mindern und die Verträglichkeit steigern. Doch die Wissenschaft ist hier geteilt.

Die Theorie hinter dem Einweichen von Nüssen

Nüsse sind Superfoods: Sie liefern essenzielle Fettsäuren, hochwertiges Protein, B-Vitamine, Vitamin E sowie Minerale und Spurenelemente. Ergänzt werden sie durch sekundäre Pflanzenstoffe wie Phenolsäuren und Phytosterine mit nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteilen.

Phytinsäure dient Nüssen als Phosphatspeicher, bindet jedoch Mineralien wie Eisen, Zink und Magnesium, was deren Bioverfügbarkeit einschränkt. Bekannt aus Hülsenfrüchten und Vollkorn: Einweichen oder Fermentieren reduziert Phytin laut UGB (Unabhängige Gesundheitsberatung). Bei Nüssen aktiviert es zudem Enzyme. Forscher sind sich jedoch uneinig über den Nutzen für Bekömmlichkeit und Nährstoffaufnahme.

Nüsse unterscheiden sich von Getreide und Hülsenfrüchten

Neuseeländische Studien zeigen: Bei Nüssen löst sich Phytinsäure beim Einweichen nur minimal, oft sinken Mineralstoffe parallel. Fazit: Keine signifikanten Vorteile für die Mineralaufnahme.

Im Gegensatz zu proteinreichen Hülsenfrüchten oder kohlenhydratdominierten Getreiden bestehen Nüsse hauptsächlich aus Fetten. Diese Zusammensetzung erschwert möglicherweise die Phytinreduktion.

Phytinsäure in Nüssen senken: Praktische Anleitung

Falls Sie es testen möchten, passen Sie die Einweichzeit an:

  • 8 Stunden: Haselnüsse, Erdnüsse, Pekannüsse
  • 6 Stunden: Walnüsse, Paranüsse, Cashewkerne
  • 4 Stunden: Macadamia

Verfahren: Drei Tassen Nüsse mit 2 TL Salz bestreuen, mit Wasser bedecken (1 cm über den Kernen), kühl stellen. Wasser danach abgießen. Direkt verwenden oder bei max. 50 °C im Ofen bzw. ab 30 °C im Dörrautomaten trocknen, um Schimmel zu vermeiden – Dörren ist energieeffizienter.

Phytinsäure: Von Feindbild zu Gesundheitsbooster?

Phytate galten lange als Mineralräuber, doch UGB hebt positive Effekte hervor:

  • Stabilisierung des Blutglukosespiegels.
  • Potenzial zur Cholesterinsenkung bei Diabetikern.
  • Hinweise auf Immunstärkung und Krebsprävention.

Fazit: Einweichen nur in Ausnahmefällen empfehlenswert

  • Die Datenlage ist dünn; Studien sprechen teils für, teils gegen eine Phytinreduktion.
  • Bei ausgewogener Ernährung (eine Handvoll Nüsse täglich) ist Einweichen unnötig – Phytinsäure birgt sogar Vorteile.
  • Nutzen könnten Rohköstler oder Veganer mit hohem Phytinkonsum haben.

Dieser Beitrag stammt von Brigitte Sager-Krauss, Ernährungsexpertin.