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Nori-Algen: Superfood mit Vitamin B12 – Gesundheit, Anbau und Nachhaltigkeit erklärt

Sushi hat sie populär gemacht: Nori-Algen. Als Ernährungsexperte erkläre ich, warum sie boomen, wie sie gezüchtet werden und ob ihr Ruf als Superfood gerechtfertigt ist.

Nori-Algen, kurz Nori genannt, zählen zu den bekanntesten Speisealgen. Als Blätter sind sie unverzichtbar im Sushi, eignen sich aber auch für Salate, Suppen und japanische Gerichte. Zudem finden sie in Kosmetikprodukten wie Masken und Cremes Verwendung.

Laut GEO werden jährlich 400.000 Tonnen Nori-Algen geerntet. Die Gesamternte essbarer Algen überschreitet neun Millionen Tonnen und stammt hauptsächlich aus Japan, China, den Philippinen und Korea. Auch in der Bretagne und Kalifornien gibt es Algenfarmen. In Japan ersetzen sie traditionelle Landwirtschaft aufgrund knapper Flächen.

Nori gehört zu den Rotalgen mit über 4.000 Arten, die meist im Meer leben. In der Nordsee, auf Helgoland und britischen Küsten finden sich nahe Verwandte, wie der rbb berichtet. (Link zur Audiodatei)

Neben Nori gibt es Grünalgen wie Ulva (Meeressalat, eine französische Delikatesse), Braunalgen wie Wakame in der Misosuppe oder Zuckertang. Alle sind Makroalgen mit mehrzelligen Blättern. Ergänzt werden sie durch Mikroalgen wie Spirulina und Chlorella als Nahrungsergänzungsmittel.

Nährwerte und Inhaltsstoffe von Nori-Algen

Bei Veganer*innen beliebt: Nori liefert Vitamin B12, sonst meist in tierischen Produkten. Die DGE weist jedoch auf unklare Bioverfügbarkeit hin. Eine finnische Studie zeigt: Veganer*innen mit Nori oder Chlorella hatten doppelt so viel B12 im Blut. Weitere Inhaltsstoffe sind B-Vitamine, Folsäure und Beta-Carotin.

Produkte warnen oft vor hohem Jodgehalt. Jod ist essenziell, Überdosierungen schaden der Schilddrüse. Nori hat laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) jedoch niedrige, unbedenkliche Werte – im Gegensatz zu Braunalgen. Einweichen und Abspülen reduziert Jod weiter.

Hinweis: Bei Schilddrüsenproblemen Arzt konsultieren.

Typische Werte pro 100 g (schwankend je Anbau):

  • 318 Kilokalorien
  • 11 g Eiweiß
  • 4 g Fett
  • 53 g Kohlenhydrate

Kalorienarm, proteinreich, mit Omega-3, Mineralien wie Natrium, Kalium, Magnesium, Eisen und 9 g Ballaststoffen.

Stiftung Warentest mahnt: Oft Schwermetalle. Wählen Sie Produkte mit Jodangabe, Herkunft und Verzehrlimit.

So werden Nori-Algen angebaut

Sporen reifen fünf Monate auf Austernschalen in Tanks. Seeding Nets werden eingeweicht, Sporen haften. Netze wandern ins Meer: Erstes Monat 1 cm Wachstum, dann bis 15 cm in zwei Wochen. Nach 50 Tagen (15–20 cm) Ernte, Trocknen, Schneiden.

Wie nachhaltig sind Nori-Algen?

Meist aus Südostasien mit langem Transportweg. Bio-Produkte bevorzugen: EU-Öko-Verordnung fordert saubere Gewässer, Nachhaltigkeit. Naturland setzt höhere Standards inklusive Soziales. Im Bioladen erhältlich.

GEO: Algen binden dreimal mehr CO₂ als Nutzpflanzen. Risiko: Überzucht führt zu Algenblüte, Sauerstoffmangel, Toten Zonen, Giftstoffen (Spektrum). Forschung zu Klimaeffekten läuft. Nachhaltig: Regionale, nährstoffreiche Lebensmittel, Potenzial für Treibstoff, Textilien, Verpackungen.

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