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Titandioxid (E171): Gesundheitsrisiken und Gründe, den Zusatzstoff zu meiden

Nanopartikel wie Titandioxid sind unsichtbar, doch allgegenwärtig. Als erfahrene Ernährungsexperten und Gesundheitsjournalisten erklären wir basierend auf wissenschaftlichen Studien, warum Sie diesen Stoff meiden sollten.

Titandioxid – der weit verbreitete Weißmacher

Titandioxid (Titan(IV)-oxid) dient als Farbpigment, um industriell hergestellte Lebensmittel und Produkte optisch ansprechender zu machen. Es gehört zu den drei Titanoxiden und erscheint auf Verpackungen als Zusatzstoff E 171, in Kosmetika als CI 77891. 2013 wurden weltweit rund 6,5 Millionen Tonnen produziert. Trotz breiter Nutzung werfen Studien gesundheitliche Bedenken auf.

In welchen Produkten finden Sie Titandioxid?

Dieses chemisch hergestellte Pigment hellt Produkte auf und verleiht Glanz.

Sie stoßen auf Titandioxid in:

  • Farbe und Lacken
  • Kunststoffen
  • Klebstoffen
  • Gummi
  • Gebleichtem Papier

Auch in Lebensmitteln und Kosmetika zur „Verschönerung“, z. B. in:

  • Mozzarella
  • Backmischungen & Fertigdesserts
  • Fertigsuppen
  • Kaugummi
  • Marshmallows
  • Fondant
  • Zahnpasta
  • Sonnencreme
  • Körper- und Haarpflegeprodukten

Zudem wird es zum Bleichen von Tabletten verwendet.

Warum Sie Titandioxid meiden sollten

Mehrere Studien, darunter eine große Untersuchung der Universität Zürich von 2017, nähren Zweifel an der Unbedenklichkeit. Verdacht: Titandioxid könnte Darmentzündungen verstärken oder fördern.

  • Das Problem: Oft als Nanopartikel (unter 100 Nanometer) eingesetzt, z. B. in Sonnencremes. Laut Gastroenterologe Prof. Gerhard Rogler (Universität Zürich) dringen diese in Zellen ein, reichern sich an und können Entzündungen auslösen. Die Forscher raten Betroffenen mit Darmerkrankungen dringend, betroffene Lebensmittel zu vermeiden.
  • Zudem gilt das Einatmen als potenziell krebserregend. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt die EU-Einstufung: „vermutlich krebserzeugend bei Inhalation“. Betroffen sind Sprays, Aerosole und Pulver, nicht feste Formen.

Aufgrund unklarer Daten hat Frankreich 2020 als erstes EU-Land Titandioxid in Lebensmitteln verboten, die Niederlande folgen. In Deutschland fehlt ein solches Verbot bisher.

Noch kein Verbot in Deutschland

Frankreichs Entscheidung basiert auf der ANSES: Fehlende Belege für Unbedenklichkeit rechtfertigen das Verbot, bis Gegenteiliges bewiesen ist.

Deutschland folgt der EFSA, die im Mai 2021 Titandioxid „nicht mehr als sicher“ einstufte. Toxische Wirkungen sind nicht ausgeschlossen; weitere Forschung ist nötig.

Beispiel: Dr. Oetker verzichtet seit April 2020 auf Titandioxid nach einer foodwatch-Kampagne mit 40.000 Unterschriften.

Zusammenfassend: Meiden Sie Titandioxid sicherheitshalber. Schauen Sie beim Einkauf nach „Titandioxid/Titanoxid“, E 171 oder CI 77891.