Die Mönchsfrucht gilt als gesunde Alternative zu raffiniertem Zucker. Erfahren Sie als Ernährungsexperte, was diese exotische Frucht bietet, wie sie wirkt und wie Sie sie sicher einsetzen können.
Die Mönchsfrucht, auch Luo Han Guo bekannt, wächst im Südosten Chinas. Legenden zufolge kultivierten Mönche sie bereits im 13. Jahrhundert wegen ihrer vielfältigen gesundheitlichen Vorteile.
Äußerlich erinnert sie an eine Kiwi, gehört jedoch zur Familie der Kürbisgewächse. Mit einer Größe von 4,5 bis 5,5 cm ist sie rund und grün. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird sie seit Langem eingesetzt – dank ihrer intensiven natürlichen Süße eignet sie sich zudem hervorragend als Zuckerersatz.
Sie enthält Kohlenhydrate wie Fruktose und Glukose sowie die sekundären Pflanzenstoffe Mogroside, die für die Süße verantwortlich sind. Die Frucht ist bis zu 300-mal süßer als Haushaltszucker. Roh schmeckt sie jedoch unangenehm und enthält Bitterstoffe. Deshalb wird sie getrocknet und gereinigt, um Pulver oder Sirup zu erzeugen.
Traditionelle Anwendungsgebiete der Mönchsfrucht in der TCM
In der TCM wirkt die Mönchsfrucht kühlend, feuchtigkeitsspendend und lösend. TCM-Experten empfehlen sie bei:
- Erkältungen
- Atembeschwerden
- Halsschmerzen
- Lungenkrankheiten
- Asthma
- Diabetes
- Magen-Darm-Probleme
Als Zuckerersatz übertrifft sie Industriezucker (385–401 kcal/100 g) mit null oder minimalen Kalorien. Studien bestätigen: Die Mogroside sorgen für einen niedrigen glykämischen Index, reduzieren somit das Risiko für Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Verarbeitung – Trocknen und Entfernen von Bitterstoffen – ist jedoch aufwendig und ergibt Produkte wie Pulver oder Sirup.
In Asien und den USA ist sie zugelassen, in Europa als Novel Food noch nicht. Hersteller umgehen dies oft, indem sie sie als Kosmetik oder Tierfutter verkaufen. Sie finden Pulver und Sirup in Online-Shops.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Mönchsfrucht
Forschung seit den 1970er-Jahren belegt ihre Wirksamkeit. Eine Übersichtsstudie zeigt positive Effekte bei Husten, Halsschmerzen und Schleim in den Atemwegen. Mogroside wirken antioxidativ, entzündungshemmend und krebsvorbeugend sowie diabetespräventiv – bisher vor allem in Tierversuchen. Humane Studien laufen noch.
Mönchsfrucht selbst anbauen?
Neben dem Einsatz als Zuckerersatz bietet sie medizinische Potenziale. Warten Sie auf die EU-Zulassung für verarbeitete Produkte. Alternativ: Anbauen Sie sie selbst. Samen sind in Deutschland erhältlich. Der Anbau ist einfach, erfordert aber frostfreie Überwinterung und eine männliche sowie weibliche Pflanze für Früchte. Verarbeitungsanleitungen finden Sie online (meist englisch).