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Modal-Stoff aus Buchenholz: Vorteile, Herstellung und Tipps für nachhaltige Textilien

Modal-Stoff wird oft als umweltfreundliches Textil gepriesen – doch die Herstellung birgt Risiken durch Chemikalien. Als Experten für nachhaltige Mode zeigen wir Ihnen, basierend auf Quellen wie der TU Graz und Changing Markets, wie Sie wirklich nachhaltige Modal-Varianten erkennen.

Vorteile von Modal-Stoffen

Modal ist eine synthetisch hergestellte Kunstfaser aus Buchenholz, die vegan ist und eine Alternative zu tierischen Fasern darstellt. Sie eignet sich ideal für umweltbewusste Designer.

Zu den herausragenden Eigenschaften von Modal gehören:

  • hohe Griffigkeit
  • weiche, fließende Haptik
  • formstabil
  • elastisch
  • atmungsaktiv
  • geeignet für Allergiker, die auf Tierhaare reagieren

Typische Anwendungen sind hautnahe Textilien wie:

  • Unterwäsche
  • Loungewear
  • T-Shirts
  • Bettwäsche

Hersteller mischen Modal oft mit Baumwolle, um die Weichheit zu steigern.

Nachteile: Chemikalienintensive Herstellung

Die Umwandlung von Holz in elastische Fasern erfordert aggressive Chemikalien. Die Technische Universität Graz beschreibt den energie- und wasserverbrauchenden Prozess:

  • Natronlauge löst in mehreren Schritten die Holzfasern zu einem Cellulosebrei auf – eine stark ätzende Substanz.
  • Giftiger Schwefel erzeugt das Spinnbad aus Schwefelsäure und Sulfaten. Rückstände sind potenziell tödliche Nervengifte.

Modal vs. Viskose: Die wesentlichen Unterschiede

Verfahren zur Fasergewinnung aus Holz gibt es seit über 100 Jahren, etwa für Kunstseide und Viskose. Laut TU Graz unterscheiden sich Modal und Viskose durch:

  • Holzquelle: Modal ausschließlich aus Buchenholz, Viskose aus Bambus, Eukalyptus u. a.
  • Verfahren: Angepasste Technik und Spinnbad-Zusammensetzung bei Modal.

Modal ist robuster, langlebiger und im nassen Zustand fester als Viskose.

Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Modal

Organisationen wie Changing Markets berichten von Belastungen in der Produktion: Ungeschützte Arbeiter, Abwasser mit Schwefelverbindungen und gesundheitliche Schäden bei Anwohnern, inklusive erhöhter Krebsraten und Fehlgeburten – konkrete Zahlen fehlen jedoch.

Das European Environmental Bureau sieht Potenzial für Nachhaltigkeit:

  • Holz als nachwachsender Rohstoff aus nachhaltiger Waldwirtschaft; Buchenholz fällt oft bei Pflege an.
  • Saubere Verfahren mit Kreislauf-Chemikalien und Arbeitsschutz minimieren Abfälle.

Nachhaltige Modal-Stoffe erkennen

Am Produkt allein ist Nachhaltigkeit schwer zu prüfen – recherchieren Sie Zulieferer. Der Dirty Fashion Bericht (2017) listet wenige Cellulosefabriken; umweltschonende Viskose-Produktion deutet auf qualitativ hochwertiges Modal hin.

Changing Markets bietet Übersichten zu Zulieferern großer Marken. Lenzing produziert Tencel-Modal nach sauberen Methoden (Chemikalienrecycling); Lyocell als Variante mit milderen Chemikalien.

Grüne Modelabels und Bio-Händler wie Avocado Store bieten zertifizierte Ware. Achten Sie auf Siegel wie GOTS, Made in Green oder Fairtrade Textile Production.

Weitere Tipps zu Modal

  • Für vegane Produkte: Keine Schurwolle-Beimischung prüfen.
  • Pflegeleicht, knitzt nicht: Bei 30 °C waschen, Etikett beachten.
  • Zum Bügeln: Niedrige Temperatur, Wasserdampf bevorzugen.