Nanopartikel sind extrem kleine Partikel unter 100 Nanometern Größe – etwa 1000 Mal kleiner als ein menschliches Haar. Sie entstehen natürlich, etwa in Vulkanasche, oder werden künstlich hergestellt. Als Schlüsseltechnologie der Nanotechnologie verbessern sie Produkte in Branchen wie Elektronik, Pharmazie, Medizin, Kosmetik und Lebensmittelindustrie, bergen jedoch potenzielle Risiken für Gesundheit und Umwelt.
Laut Umweltbundesamt sind vor allem ungebundene Nanopartikel problematisch, da sie frei freigesetzt werden können, etwa in Haarsprays, und eingeatmet werden. Langzeitstudien fehlen noch, wie Spiegel Online berichtet, und Nanopartikel könnten sich im Körper anreichern oder verändern.
Nanopartikel in Lebensmitteln
In Produkten wie Instantsuppen, Salz oder Kaugummis verbessern Nanopartikel Eigenschaften: Sie verhindern Verklumpen, sorgen für Weiße oder besseres Rieseln. Experten wie Ralf Greiner vom Max-Rubner-Institut (MRI) in Karlsruhe erklären, dass nanogroße Fetttröpfchen eine größere Oberfläche bieten und so den Geschmack intensivieren, bei reduziertem Fettgehalt.
Auch Zucker, Salz, Aromen und Vitamine profitieren von dieser Technik. Hersteller müssen technisch hergestellte Nanomaterialien mit „(nano)“ kennzeichnen. Viele Nanopartikel in Zusatzstoffen wie Titandioxid (E 171), Calciumsilicat (E 552), Talkum (E 553b) oder Siliziumdioxid (E 551) sind jedoch „zufällig“ entstanden. Die EFSA prüft bis 2020 deren Deklaration. Natürlich oder verfahrenstechnisch entstandene Nanomaterialien, z. B. beim Mahlen von Mehl oder Emulgieren von Fetten, bleiben unbezeichnet.
Nanopartikel in Kosmetik
Silber-Nanopartikel in Deodorants wirken antibakteriell, in Cremes und Lotionen verbessern sie die Aufnahme. Zahnpasten füllen feine Risse, Mascaras und Kajal halten länger. Besonders in Sonnencremes mit Titanoxid- und Zinkoxid-Nanopartikeln reflektieren sie UV-Strahlen unsichtbar, ohne Weißschleier.
Risiken von Nanopartikeln in Lebensmitteln und Kosmetik
Risiken in Lebensmitteln: Aufgrund ihrer Größe könnten sie Darmbarrieren überschreiten. Forscher der Universität Duisburg-Essen zeigen, dass sie sich an Darmbakterien binden – positiv gegen Helicobacter pylori, aber potenziell schädlich für das Immunsystem und entzündungsfördernd.
Risiken in Kosmetik: Nanopartikel durchdringen intakte Haut nicht, wie Zeit Online berichtet. Bei Wunden oder sonnengeschädigter Haut Vorsicht walten lassen. Ungebundene Partikel in Sprays können Atemwege reizen und in den Blutkreislauf gelangen – Langzeitfolgen ungeklärt.
Umweltauswirkungen: Über Abwasser können sie in Klärschlamm und Böden gelangen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz fordert Lebenszyklus-Tracking, um Anreicherung in Erde, Pflanzen und Wasserorganismen zu prüfen.
Nanopartikel: Chancen und offene Fragen
Nanotechnologie bietet Innovationen, doch fehlende Langzeitdaten erfordern Vorsicht. Statt künstlicher Intensivierung wären Reduktion von Fett, Zucker und Zusatzstoffen sowie natürliche Alternativen, wie mineralische Sonnencremes, gesünder und nachhaltiger.