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5 bewährte Sonnencreme-Regeln im Faktencheck: Was schützt wirklich?

Beim Sonnenschutz gibt es viele gängige Regeln. Doch wie zuverlässig sind sie? Als erfahrene Hautexperten und basierend auf Empfehlungen des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) und Spezialisten wie Dr. Uwe Kirschner beleuchten wir die wichtigsten Regeln – und zeigen, welche sich lohnen.

Die Sonne birgt nicht nur Urlaubsfreude, sondern auch Risiken im Alltag. Ein Sonnenbrand verursacht nicht nur Schmerzen: Die Haut speichert jede Schädigung. Laut Dr. Uwe Kirschner erhöhen schon zwei bis drei Sonnenbrände in der Kindheit das Hautkrebsrisiko um das Dreifache bis Fünffache. Deshalb ist konsequenter Sonnenschutz essenziell – auch jenseits des Sommers. Richtiges Auftragen von Sonnencreme mindert das Krebsrisiko spürbar, verhindert es jedoch nicht vollständig.

Sonnencreme-Regel 1: Vier gehäufte Esslöffel für den ganzen Körper

Das BfS gibt klare Mengenangaben: Rund vier Esslöffel für den gesamten Körper, das sind mindestens zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut. Dr. Kirschner empfiehlt alternativ die Menge eines Golfballs. Diese Dosierung hält den Lichtschutzfaktor stabil. Zu wenig Creme halbiert den Schutz um zwei Drittel – ein Sonnenbrand droht.

Sonnencreme-Regel 2: Zwei Fingerbreit pro Körperteil

Diese Regel hilft bei der Verteilung: Bedecken Sie Zeige- und Mittelfinger gleichmäßig mit Creme und cremen Sie nacheinander Körperteile ein. Berücksichtigen Sie jedoch: Körperteile variieren in der Größe. Bei breitem Rücken oder trockener Haut kann mehr nötig sein. Orientieren Sie sich primär am BfS-Standard: Zwei Milligramm pro cm².

Die Cremekonsistenz spielt eine Rolle – Sprühcremes verteilen sich dünn, dickflüssige decken mehr ab. Tipp: Im Gesicht Ohren und Scheitel nicht vergessen.

Sonnencreme-Regel 3: In mehreren Schichten auftragen

Ideal für lange Sonnenexposition: Tragen Sie die Creme 20–30 Minuten vor dem Rausgehen großzügig auf. Eine zweite Schicht direkt darüber bringt keinen Extra-Schutz. Wichtig: Nachcremen nach Baden, Abtrocknen oder alle zwei Stunden, da der Schutz nachlässt (BfS-Empfehlung).

Sonnencreme-Regel 4: Eigenschutzzeit und Hauttyp einbeziehen

Ihre Haut schützt sich selbst begrenzt – abhängig vom Typ:

  • Hauttyp I/II (sehr hell/hell mit Sommersprossen): 10–20 Minuten.
  • Hauttyp III/IV (hellbraun/oliv): 30–50 Minuten.
  • Dunkelbraun/schwarz: >60 Minuten.

Trotzdem immer eincremen: Durch Ozonschichtausdünnung (haut.de) und chronische UV-Exposition steigt das Risiko für Alterung und Krebs – selbst ohne Brand (Peter Kritscher, UNIQA). Formel für Schutzzeit: Eigenschutzzeit × LSF. Beispiel: Hauttyp I (10 Min.) × LSF 15 = 150 Minuten.

Sonnencreme-Regel 5: Spezielle Regeln für Kinder

Kinderhaut ist anfällig – Schäden entstehen früh. Zusätzliche Maßnahmen:

  • Unter 2 Jahren: Keine direkte Sonne; Schatten, UV-Kleidung, Hut, Brille. Spezielle Babycremes mit hohem LSF und unbedenklichen Stoffen (Ökotest 2022).
  • Bei Säuglingen <1 Jahr: Oft keine Creme, Arzt konsultieren.
  • Im Schatten cremen mit kindgerechter Creme (hoher LSF).
  • Vermeiden: Chemische Filter wie Oxybenzon oder Octocrylen; Mineralcremes bevorzugen.
  • Abends pflegen mit After-Sun oder Feuchtigkeitscreme.
  • Mittags (12–14 Uhr) minimieren – primär Schatten, dann Creme.