Die Schönheitsbranche steht vor großen Herausforderungen in Sachen Nachhaltigkeit. Viele Produkte sind in schwer recycelbarem Plastik verpackt. Pumpflaschen mit Metallfedern oder mehrschichtige Quetschflaschen landen oft auf Deponien. Weltweit gibt es 9,1 Milliarden Tonnen Kunststoffabfälle, von denen fast 80 % nicht recycelt werden – Zahlen, die die gesamte Branche betreffen.
Als einer der führenden Massenmarkt-Anbieter mit 80 Millionen Kundinnen weltweit hat Olay nun eine innovative Initiative gestartet. Ab Oktober bietet die Marke nachfüllbare Pads für den Bestseller Regenerist Whips Face Moisturizer an.
Dieses Konzept kennt man aus dem Luxus- und Naturkosmetikbereich: Nach dem Kauf des Originalglases folgen günstigere Nachfüllpacks, die weniger Plastik verbrauchen und in den Originalbehälter passen. So wird Abfall spürbar reduziert.
Das Pilotprogramm startet zunächst drei Monate online. Jeder Originalkauf enthält eine extra Kapsel. Später soll es in Läden kommen. Bei Skalierung auf über 5 Millionen Gläser schätzt Olay eine Einsparung von mehr als 1 Million Pfund Plastik. Die recycelbaren Kapseln werden in 100 % Recyclingpapier versendet.
„Wir entwickeln das seit einem Jahr. Ein nachfüllbarer Pod klingt einfach, existiert aber nicht für Massenmarken“, erklärt Anitra Marsh, Associate Director of Brand Communications bei P&G, Mutterkonzern von Olay. Sie leitet die globale Nachhaltigkeits-Taskforce: „Plastikmüll betrifft uns alle. Dies ist ein Meilenstein, doch wir brauchen einen mehrgleisigen Ansatz für nachhaltige Hautpflege.“
Andere Marken innovieren bereits: Biologisch abbaubares Material aus Zuckerrohr oder das TerraCycle Loop-Programm, bei dem Verbraucher in New York und Paris Behälter zurückschicken – P&G beteiligt sich daran.
Olay positioniert sich als Pionier für nachhaltige Massenmarkt-Kosmetik. Nachfüllpads lösen nicht alle Probleme, sind aber ein zugänglicher, vielversprechender Einstieg, den mehr Hersteller aufgreifen sollten.