Die Klarinette hat seit ihrer Erfindung Ende des 17. Jahrhunderts eine faszinierende Entwicklung durchlaufen. Als erfahrener Musiker und Instrumentenexperte kenne ich die Vielfalt dieser Holzbläserfamilie aus jahrelanger Praxis in Orchestern und Ensembles. Zahlreiche Innovationen haben zu einer breiten Palette an Klarinettenarten geführt, die je nach Stimmlage und Einsatzbereich variieren. Hier ein Überblick über die wichtigsten Typen – sortiert von der höchsten zur tiefsten Tonlage:
Sopraninoklarinette in As – Häufig in europäischen und australischen Militärkapellen eingesetzt. Dieser seltene Typ gilt bei Sammlern als besonderes Highlight.
Sopraninoklarinette in Es – Auch Babyklarinette genannt, ersetzte sie früher das Kornett oder die hohe Trompete. Berühmt durch Berlioz’ „Symphonie Fantastique“.
Sopraninoklarinette in D – Kürzer als die C-Klarinette und leichter zu handhaben als die Es-Variante. Richard Strauss nutzte sie in „Till Eulenspiegel“.
Klarinette in C – Ideal für Kinder dank ihrer kompakten Bauform. Kürzer als die B-Klarinette, mit Tonhöhe wie Klavier und Violine – perfekt für Einsteiger.
Klarinette in B – Der Standard in Schulbands, Orchestern und Ensembles. Mit einem Tonumfang von 3½ bis 4 Oktaven vielseitig einsetzbar in Jazz, Klassik und Moderner Musik.
Klarinette in A – Länger als die B-Klarinette und eine Halbton tiefer gestimmt. Unverzichtbar in Sinfonieorchestern, wie bei Mozart und Brahms in Kammermusikwerken.
Bassettenklarinette in A – Seltene Variante, ähnlich der A-Klarinette. Existiert als gerade Klarinette oder gebogenes Horn. Verwendet in Mozarts „Quintett für Klarinette und Streicher“ und Mendelssohns „Duo concertant“.
Bassetthorn in F – Größe wie die Altklarinette, gestimmt in F. Früher gebogen, heute gerade mit Metallhals. Mozart setzte es in seinem „Requiem“ ein.
Altklarinette in Es – Für kleinere Ensembles geeignet, eine Oktave unter der Es-Sopranino. Größer, daher oft mit Gurt oder Bodenwirbel gespielt.
Bassklarinette in B – Wuchtig und bodenständig mit Ständer. Größere Glocke, gebogener Hals. Varianten bis tiefes C oder Es, wie in Ravels „Rapsodie Espagnole“.
Kontra-Alt-Klarinette in Es – Oktave unter der Alt, in gerader oder Loop-Form. Tiefes Register, selten in Symphonieorchestern.
Kontrabassklarinette in B – Oktave unter dem Bass, bis zu 6 Fuß lang (gerade) oder 4 Fuß (U-Form). Aus Holz oder Metall gefertigt.
Weitere Varianten existieren, doch diese stellen die Kernfamilie der Klarinetten dar.