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Die Organisation des legendären Woodstock-Festivals 1969: Chaos und Triumph

2019 jährte sich das 50-jährige Jubiläum eines der ikonischsten Rock-Events des 20. Jahrhunderts: Das Woodstock-Festival (offiziell „An Aquarian Exposition: Three Days of Peace and Music“) fand vom 15. bis 18. August 1969 auf der Milchfarm von Max Yasgur in Bethel, nahe White Lake, New York, statt. Dieses dreitägige (und letztlich vier Tage andauernde) Happening wurde zum Symbol der Hippie-Gegenkultur – geprägt von Frieden, Musik, Sex, Drugs, Rock 'n' Roll und viel Schlamm.

Die Organisatoren von Woodstock

Die vier jungen Organisatoren – John Roberts, Joel Rosenman, Artie Kornfeld und Mike Lang – waren allesamt unter 27 Jahre alt. Als Musikhistoriker mit langjähriger Expertise in der Rock-Ära weiß ich: Roberts, Erbe eines Pharma-Vermögens, und Rosenman suchten via Anzeige in der New York Times („Junge Männer mit unbegrenztem Kapital suchen interessante, legitime Investitionen“) nach lukrativen Ideen. So trafen sie Kornfeld und Lang.

Der Plan für das Woodstock-Festival

Ursprünglich planten Kornfeld und Lang ein Aufnahmestudio in Woodstock, New York, als Rückzugsort für Stars wie Bob Dylan. Daraus wurde ein zweitägiges Rockkonzert für 50.000 Besucher, um die Finanzierung zu sichern. Die Vier organisierten Tickets (7 USD/Tag, 13 USD/zwei Tage, 18 USD/drei Tage) per Post oder in Geschäften, Essensstände, Musiker und Security.

Dinge laufen schief

Erstes Desaster: Wallkill, New York, verbot das Event am 2. Juli 1969 aus Angst vor „betäubten Hippies“. Panik brach aus – Ticketverkäufe stockten, Musiker zögerten. Nur anderthalb Monate vorab rettete Max Yasgurs 600-Hektar-Farm in Bethel den Plan.

Der Ortswechsel verzögerte alles: Bühne, Pavillons, Parkplätze, Imbissbuden und Spielplatz entstanden unter Zeitdruck. Fahrkartenschalter und Tore blieben unvollendet – mit dramatischen Konsequenzen.

Wachsende Zahlen sorgen für Kopfschmerzen

Die Besucherprognose explodierte von 50.000 auf über 200.000. Mehr Toiletten, Wasser und Essen wurden bestellt. Konzessionäre drohten abzuspringen (unerfahrene Partner!), Reis diente als Backup. Ein Polizeiverbot für Nebenjobs verschärfte die Lage.

Die Schneeballeffekte der Menge

Schon am 13. August campierten 50.000 Menschen – durch unfertige Zäune. Ohne Möglichkeit, Eintritt zu kassieren, wurde Woodstock kostenlos. Folge: Bis zu eine Million strömten zu, 500.000 kamen an. Staus lähmten die Region; Autos blieben auf Highways stehen, Künstler flogen per Helikopter ein.

Die Musik beginnt

Trotz Chaos startete das Festival pünktlich: Richie Havens eröffnete am 15. August, gefolgt von Sweetwater, Joan Baez. Samstag bis Sonntag non-stop: Santana, Janis Joplin, Grateful Dead, The Who. Sonntagabend blieben 150.000, Jimi Hendrix schloss montags vor 25.000 ab.

Trotz Warteschlangen (30 Min. für Wasser, 1 Std. für Toiletten), Drogen, Nacktheit und Regenschlamm war es ein Triumph.

Nach Woodstock

Die Organisatoren kämpften mit 1 Mio. USD Schulden und 70 Klagen. Der Dokumentarfilm „Woodstock“ (1970) rettete sie teilweise – nach Abzahlung blieb ein Minus von 100.000 USD. Heute gilt es als Meilenstein der Musikgeschichte.