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Vom Spott zum Luxus: Wie Crocs zu Schuhen für 1.350 Dollar wurde

Es ist schwer, die Gefühle zu beschreiben, die man beim Anprobieren eines Paars Crocs im Wert von 1.350 US-Dollar empfindet.

In meinem Fall mischten sich zunächst Genervtheit – nach dem Warten in der Schlange vor einem Luxusmode-Outlet – und ein rebellischer Nervenkitzel. Ich starrte dem Verkäufer in die Augen und versuchte, die Aura einer Person auszustrahlen, die mühelos Tausende für Schaumstoff-Clogs ausgibt.

Dahinter lauerte tiefe Verwirrung: Wie sind wir nur hier gelandet? Vor allem: Wie wurde der bescheidene Crocs, der 2002 auf der Boat Show in Fort Lauderdale vorgestellt wurde, zum Inbegriff des Coolen?

Die Launen der Trendkurve

Die 'Trendkurve' ist ein etabliertes Marketingmodell, das erklärt, wie Produkte wie Crocs erst uncool sind, dann ikonisch und schließlich wieder out. Sie umfasst vier Phasen: Innovatoren, Early Adopter, Mainstream und Nachzügler.

Bevor Crocs von den Innovatoren entdeckt wurden, galten sie als Mode-Außenseiter. 'In der Highschool haben wir über Crocs gelacht', erinnert sich Tully Walter, Trendforscherin bei Soon Futures. 'Sie wirkten wie der Schuh des unkonventionellen Onkels – eine bewusste Ablehnung von Ästhetik. Diese strukturelle Hässlichkeit schrie förmlich: "Ich ignoriere modische Normen."'

Der Innovator: Christopher Kane

2016 änderte der schottische Designer Christopher Kane alles, indem er Crocs in seine Pre-Fall-Show einbaute. 'Kane ist ein Meister des Subversiven', erklärt Tully Walter. 'Er mischt High und Low: Frankenstein-Prints auf T-Shirts, Latex in Couture. Crocs auf dem Laufsteg waren genial – Vogue nannte sie 'unglaublich schick'.'

Diese Show und die Medienberichte katapultierten Crocs in die Oberliga der Mode.

Die Early Adopterin: Ciara

Nächste kamen die Early Adopter – trendbewusste junge Menschen mit Mut und Einfluss. Dazu zählt Ciara, die ich für den ABC-Podcast 'Schmeitgeist' interviewt habe. 'Ich kaufte die großen Plattformen, obwohl ich im Bürojob war – und alle lachten!', erzählt sie lachend. 'Die älteren Kollegen verstanden es nicht, aber ich dachte: "Ich bin jung und cool, ihr nicht."'

Sie behielt recht: Die Ablehnung verstärkte nur die Exklusivität ihrer Wahl.

Der Mainstream: Justin Bieber x Crocs

Promis und Luxusmarken machten Crocs salonfähig: Justin Bieber, Post Malone, G Flip und Balenciaga schufen limitierte Editionen. 'Diese Kollaborationen erzeugen Hype und Credibility durch globale Influencer', betont Tully Walter. Sie zogen Crocs aus dem Ironiemilieu ins Mainstream.

Doch Mainstream-Akzeptanz birgt Risiken: Sie leitet die Endphase ein – die Nachzügler.

Die Nachzügler

Ich selbst habe kürzlich Crocs gekauft – und lande damit bei den Laggards. 'Sobald Nachzügler zugreifen, ist der Trend am Ende', warnt Tully. Weitere Signale: Billigkopien bei Massenretailer und Fast-Fashion-Marken. 'Crocs bewegen sich dorthin.'

Eine düstere Prognose für Fans. Doch nichts bleibt ewig oben. Beeindruckend bleibt, dass ein solch 'hässlicher' Schuh diesen Aufstieg schaffte.

Ange Lavoipierre ist preisgekrönte Journalistin, Autorin und Komikerin. Sie moderiert und produziert den ABC-Kultur-Podcast 'Schmeitgeist'.