Neue Forschung deutet darauf hin, dass eine neu entdeckte Art prähistorischer Skorpione ihren marinen Lebensraum verließ und sich an Land wagte.
Die Fossilien von Parioscorpio venator gelten als die ältesten bekannten Skorpione und stammen aus der frühen Silur-Periode, vor etwa 437,5 bis 436,5 Millionen Jahren.
Skorpione zählen zu den Pionieren unter den Tieren, die vom Meer ans Land migrierten. Ihr begrenzter Fossilienfundus ließ jedoch lange im Dunkeln, wie und wann diese Anpassung erfolgte.
Andrew Wendruff, Paläontologe an der Otterbein University in den USA, und sein Team beschreiben zwei außergewöhnlich gut erhaltene Exemplare dieser unbekannten Skorpionart aus der Waukesha-Biota in Wisconsin, USA. Sie sind älter als Dolichophonus loudonensis aus Schottland, die zuvor als älteste Skorpione galten.
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P. venator weist primitive Merkmale auf, wie Facettenaugen bei frühen Meeresorganismen, sowie typische Skorpion-Elemente wie einen stachelbewehrten Schwanz.
Beide Exemplare offenbaren detaillierte innere Strukturen, darunter schmale, sanduhrförmige Gebilde im Mittelkörper, die den Kreislauf- und Atmungssystemen moderner Skorpione und Pfeilschwanzkrebse ähneln.

Die Studie in Scientific Reports erkennt keine Lungen oder Kiemen in den Fossilien. Die Ähnlichkeit zu landtauglichen Pfeilschwanzkrebsen deutet jedoch darauf hin, dass die frühesten Skorpione nicht voll terrestrisch waren, aber längere Landaufenthalte überstehen konnten.
Die Autoren schlussfolgern: „Anatomische Details von P. venator zeigen, dass physiologische Anpassungen für den Übergang vom Meer zum Land bei Spinnentieren früh in ihrer Evolution auftraten.“
„Ob P. venator vollständig landlebend war, bleibt unklar. Die starke Übereinstimmung seiner pulmonal-kardiovaskulären Strukturen mit denen rezenter Skorpione und Pfeilschwanzkrebse spricht für längere Landphasen.“