Ein internationales Forscherteam vom International Centre of Insect Physiology and Ecology (icipe) in Kenia und der University of Glasgow hat eine bahnbrechende Entdeckung gemacht: Eine einzellige Mikrobe namens Microsporidia MB verhindert, dass Mücken Malariaparasiten aufnehmen und übertragen.
Diese Mikrobe tritt natürlicherweise in kenianischen Mückenpopulationen auf.
Malaria, verursacht durch den Parasiten Plasmodium, fordert jährlich rund 200 Millionen Infektionen und 400.000 Todesopfer. Die Krankheit breitet sich aus, wenn infizierte Mücken beim Stich Parasiten über ihren Speichel injizieren – die Mücken selbst erkranken nicht.
Aktuelle Schutzmaßnahmen wie insektizidbehandelte Moskitonetze und Sprays sind wirksam, stoßen jedoch an Grenzen. Eine neue Studie in Nature Communications eröffnet jedoch vielversprechende Perspektiven für eine biologische Bekämpfung.
Die Mikrobe blockiert den Plasmodium-Parasiten daran, die Speicheldrüsen der Mücken zu besiedeln. In Experimenten fütterten Wissenschaftler infizierte Mücken: Microsporidia MB verhinderte erfolgreich die Etablierung des Parasiten.
Schon neun Prozent der getesteten Mücken aus kenianischen Populationen trugen die Mikrobe in ihrem Mitteldarm. Die Beziehung zur Wirtsmücke gilt als symbiotisch und vorteilhaft für beide.
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„Gesunde Insekten beherbergen oft mikrobielle Symbionten in Körper und Zellen“, erklärt Dr. Jeremy Herren, leitender Forscher am icipe. „Diese können die Biologie ihrer Wirte stark beeinflussen. Unser Team erforscht solche Mikroben in gesundheitsrelevanten Insekten intensiv.“
Die Mikrobe dringt zudem in die Eierstöcke weiblicher Mücken ein und wird vertikal an die Nachkommen vererbt – ohne Schaden für den Wirt. Das könnte eine schnelle Ausbreitung in Populationen ermöglichen.
Weitere Forschungen sind nötig, um Microsporidia MB als praktisches Mittel gegen Malaria einzusetzen, betont Herren.