Sie würden sich nicht von diesen "Ärzten" behandeln lassen. Die BBC-Komödie Quacks, inspiriert von realen viktorianischen Medizinern, spielt im London der 1840er Jahre. Geschaffen von James Wood, mit Rory Kinnear als schauspielerischem Chirurgen, Mathew Baynton als aufstrebendem Psychiater, Tom Basden als ausschweifendem Zahnarzt und Lydia Leonard als Kämpferin gegen das medizinische Patriarchat. Ross MacFarlane von der renommierten Wellcome Collection, Berater der Serie, teilt skurrile historische Anekdoten, die die Handlung prägten.
1Menschliche Meerschweinchen
In den 1840er Jahren experimentierten Ärzte mit neuen Betäubungsmitteln. Chloroform galt als Kandidat: 1847 testeten der schottische Arzt James Young Simpson und zwei Freunde es nach einem Dinner. Am nächsten Morgen fanden sie sich ohnmächtig – aber lebend – in Simpsons Salon wieder.
2Etwas gegen die Schmerzen?
Potente Medikamente waren leicht zugänglich. Laudanum, eine Opiumtinktur (heute Klasse-A-Droge), war rezeptfrei für alles von Geburten bis Husten erhältlich – verdünnte Varianten sogar für Kinder. Zum Glück haben wir heute Alternativen wie Calpol.
3Keine Peelings
Vergessen Sie sterile OP-Kleidung: Viktorianische Chirurgen operierten in feiner Alltagskleidung – enge Hemden, Krawatten, extravagante Frisuren. Die Jacke zogen sie zumindest aus. Sterilisation und Keimbewusstsein kamen erst im 20. Jahrhundert.
4Schau mir in die Augen
John Elliotson, Medizinprofessor am University College Hospital, setzte "Mesmerismus" (ähnlich Hypnose) zur Schmerzlinderung ein. 1842 kritisierten Kollegen ihn in einem Artikel dafür, hypnotisierte Patientinnen in "merkwürdige Haltungen" zu versetzen.
5Und für meinen nächsten Trick…
Operationen waren öffentliche Shows, bei denen Chirurgen um Schnelligkeit wetteiferten. Robert Liston amputierte angeblich ein Bein in 2,5 Minuten – einmal so eilig, dass er auch die Hoden des Patienten traf.
Quacks kehrte ab Donnerstag, 19. Juli 2018, zu BBC Two zurück.