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Kein Zuckerrausch: Studie widerlegt Mythos und warnt vor Müdigkeit

Viele von uns greifen zu einem heimlichen Schokoriegel oder Donut, um den Nachmittag zu überstehen. Doch Naschkatzen sollten ihre Strategie überdenken: Eine neue Meta-Analyse zeigt, dass zuckerhaltige Snacks die Stimmung nicht heben, sondern uns sogar schlechter fühlen lassen.

Wissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin und der University of Warwick in Großbritannien haben Daten aus 31 Studien mit rund 1.300 Erwachsenen ausgewertet. Sie untersuchten den Einfluss von Zucker auf Emotionen wie Wut, Wachsamkeit, Depression und Müdigkeit.

Bisherige Forschung war widersprüchlich – manche Studien meldeten positive Effekte, andere das Gegenteil. Die aktuelle Analyse kombiniert diese Ergebnisse und kommt klar zum Schluss: Zucker hat keine positive Wirkung auf die Stimmung, egal in welcher Menge.

Im Gegenteil: In der ersten Stunde nach dem Konsum fühlten sich die Probanden müder und weniger wachsam.

„Die Vorstellung, Zucker könne die Stimmung boosten, prägt die Populärkultur weltweit. Viele trinken zuckerhaltige Getränke, um wach zu bleiben oder Müdigkeit zu bekämpfen“, erklärt Hauptautor Dr. Konstantinos Mantantzis von der Humboldt-Universität. „Unsere Ergebnisse widerlegen das eindeutig – Zucker lässt Sie sich eher schlechter fühlen.“

Der National Diet and Nutrition Survey (2014–2016) von Public Health England offenbart: Viele überschreiten die Zuckermenge massiv. Bei 4- bis 10-Jährigen machen Zucker 13,5 % der Kalorien aus, bei Teens 14,1 % – fast dreimal so viel wie empfohlen. Erwachsene liegen bei 11,2 %. Hauptquellen: Erfrischungsgetränke, zuckerhaltige Cerealien, Süßigkeiten und Schokolade.

Die Regierungsempfehlung: Maximal 5 % der Kalorien aus Zucker – ca. 30 g (7 Zuckerwürfel) für Erwachsene, 25 g für 11- bis 16-Jährige, 20 g für 5- bis 10-Jährige.

Übermäßiger Zuckerkonsum birgt Risiken wie Fettleibigkeit, Karies und Typ-2-Diabetes. Die Forscher hoffen, den Mythos zu entkräften und Politik zu besserer Ernährung anzuregen.

„Wir wollen den 'Zuckerrausch'-Mythos zerstreuen und die öffentliche Gesundheitspolitik unterstützen, um Zuckerkonsum zu senken“, sagt Co-Autorin Prof. Elizabeth Maylor von der University of Warwick.