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COVID-19-Behandlungen: Fünf vielversprechende Alternativen zu Impfstoffen aus der WHO-Studie

Die Welt wartet gespannt auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. In der Zwischenzeit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine globale Studie zu Medikamenten gestartet, die bei bereits infizierten COVID-19-Patienten eingesetzt werden könnten. Als Experten für Infektionskrankheiten stellen wir fünf vielversprechende Kandidaten vor, die die WHO derzeit prüft.

1. Der Enzyminhibitor

Remdesivir führt die WHO-Studie an. Dieses Medikament wurde vom US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences ursprünglich gegen Ebola entwickelt. Es blockiert die RNA-abhängige RNA-Polymerase, ein Enzym, das Viren für ihre Vermehrung benötigen.

Eine Studie von 2017 belegte seine Wirksamkeit gegen die Coronaviren SARS und MERS. Dem ersten COVID-19-Patienten in den USA wurde Remdesivir bei Verschlechterung gegeben – ein Fallbericht im New England Journal of Medicine berichtete von einer Besserung bereits am nächsten Tag.

2. Die Malariamedizin

Chloroquin und Hydroxychloroquin werden üblicherweise bei Malaria und rheumatoider Arthritis eingesetzt. Berichte aus China deuteten auf eine Wirksamkeit von Chloroquin bei COVID-19 hin, eine französische Studie zeigte, dass Hydroxychloroquin die Viruslast in Nasenabstrichen senkt.

Virologen bleiben jedoch vorsichtig: Frühere antivirale Tests mit Hydroxychloroquin scheiterten. Tatsächlich stoppte die WHO ihren Testarm, da keine oder nur geringe Reduktion der Sterblichkeit bei hospitalisierten Patienten festgestellt wurde.

3. Die HIV-Behandlung

Das Kombipräparat Ritonavir/Lopinavir blockiert die Protease, ein Enzym für die Virusproduktion. Es wird bei HIV eingesetzt und wirkt auch gegen andere Viren, einschließlich Coronaviren.

Eine Studie in Wuhan ergab kein klares Überleben. Die Ärzte vermuteten, dass die Patienten bereits zu schwer erkrankt waren, um zu profitieren.

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4. Der Drogencocktail

Diese Mischung aus den HIV-Medikamenten Ritonavir/Lopinavir und Interferon Beta – einem Entzündungsregulator bei Multipler Sklerose – wird in Saudi-Arabien gegen MERS getestet. Forscher der University of Southampton prüfen Interferon Beta allein bei COVID-19-Patienten im UK.

5. Die Plasmainjektion

Auch wenn nicht Teil der WHO-Studie: Rekonvaleszenzplasma nutzt Antikörper aus dem Blut genesener Patienten. Es wurde erfolgreich bei SARS und MERS eingesetzt. Die US-FDA hat Studien in Dutzenden US-Kliniken genehmigt.