Eine umfassende europaweite Studie unterstreicht: Kinder mit COVID-19 durchlaufen in der Regel eine milde Erkrankung, Todesfälle sind extrem selten.
In dieser Untersuchung mit 582 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei Tagen bis 18 Jahren wurde festgestellt, dass zwar 62 Prozent stationär behandelt werden mussten, jedoch nur 8 Prozent eine Intensivtherapie benötigten.
Die Forscher betonen, dass die Studie ausschließlich hospitalisierte und getestete Patienten erfasst hat – leichte Fälle ohne medizinische Intervention fehlen daher.
Dr. Marc Tebruegge, Hauptautor vom UCL Great Ormond Street Institute of Child Health, erklärt: „Wir waren erleichtert zu sehen, dass die Sterblichkeitsrate in unserer Kohorte sehr niedrig war. Berücksichtigt man die unzähligen milden Fälle außerhalb der Kliniken, liegt sie in der Gesamtbevölkerung noch deutlich darunter.“
„Die überwiegende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen erleidet nur eine leichte Erkrankung. Dennoch entwickeln einige schwere Verläufe, die Intensivkapazitäten in der Pandemieplanung berücksichtigt werden müssen.“
Die in The Lancet Child and Adolescent Health publizierte Studie rät dringend davon ab, die beobachteten Raten direkt auf die Gesamtbevölkerung hochzurechnen.
Die Ergebnisse sollten jedoch bei der Prognose des Bedarfs an Intensivpflege genutzt werden.
Die Datenerhebung erfolgte vom 1. bis 24. April während des Höhepunktes der Pandemie in Europa.
Nur ein Viertel der Patienten hatte Vorerkrankungen – im Gegensatz zu Erwachsenenstudien mit deutlich höheren Komorbiditätsraten. Dies spiegelt die generell bessere Gesundheit von Kindern wider, so die Experten.

Das häufigste Symptom war Fieber; etwa die Hälfte zeigte obere Atemwegsinfektionen, ein Viertel Pneumoniezeichen.
92 Kinder, meist nach engem Kontakt getestet, waren asymptomatisch.
87 Prozent benötigten keine Sauerstoffunterstützung.
Nur 25 Kinder erhielten mechanische Beatmung, oft über Wochen.
Die geringe Zahl antiviraler oder immunmodulatorischer Therapien erlaubte keine Wirksamkeitsaussagen.

Dr. Florian Gotzinger vom Wilhelminenspital in Wien betont: „COVID-19 betrifft Kinder milder als Erwachsene, doch schwere Fälle treten in allen Altersgruppen auf – besonders bei Säuglingen unter einem Monat und Vorerkrankten.“
„Randomisierte Studien zu Therapien sind essenziell für evidenzbasierte Behandlungen.“
Vier Patienten über 10 Jahre starben, zwei mit Vorerkrankungen.