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Geschichtenerzählen lindert Schmerzen und Stress bei Kindern auf der Intensivstation – Studie aus Brasilien

Eine aktuelle Studie aus Brasilien zeigt: Das Hören von Geschichten hilft Kindern auf der Intensivstation, Schmerzen und Stress spürbar zu reduzieren.

Viele Kinderkliniken setzen bereits auf Storytelling-Programme, um junge Patienten aufzumuntern. Diese Forschung, veröffentlicht in der renommierten Proceedings of the National Academy of Sciences, liefert nun wissenschaftliche Belege für physiologische Vorteile.

„Bisher stützten sich die positiven Effekte des Geschichtenerzählens auf gesunden Menschenverstand: Die Interaktion lenkt ab, unterhält und lindert psychisches Leiden“, erklärt Dr. Jorge Moll vom D'Or Institute for Research und Education (IDOR) in Brasilien. „Es fehlte jedoch an solider wissenschaftlicher Grundlage, besonders zu den physiologischen Mechanismen.“

Forscher des IDOR und der Bundesuniversität ABC untersuchten 81 Kinder im Alter von 2 bis 7 Jahren auf der Intensivstation des Krankenhauses Rede D'Or São Luiz Jabaquara in São Paulo. 41 Kinder erhielten 25- bis 30-minütige Storytelling-Sitzungen, die Kontrollgruppe von 40 Kindern verbrachte die gleiche Zeit mit denselben Fachkräften bei Rätselaktivitäten.

Vor und nach den Sitzungen wurden Speichelproben entnommen und Schmerzniveaus bewertet. Die Proben ergaben Cortisolspiegel (Stresshormon) und Oxytocin (Empathiehormon).

Beide Gruppen profitierten: Weniger Cortisol, mehr Oxytocin, reduzierte Schmerzen. Die Storytelling-Gruppe wies jedoch doppelt so starke Effekte auf.

Zusätzlich nahmen die Kinder an einer Wortassoziationsübung teil (z. B. „Krankenhaus“, „Krankenschwester“, „Arzt“). Kontrollgruppe: „Ort, wo Kranke hingehen.“ Storytelling-Gruppe: „Ort, um gesund zu werden.“ Ähnlich positiv bei Personal: „Die kommt, um mich zu heilen.“

„Diese Studie zählt zu den wichtigsten, an denen ich mitgewirkt habe – durch ihre Einfachheit, Strenge und direkte Auswirkungen auf die Klinikpraxis zur Linderung von Leid“, betont Dr. Moll.

„Als kostengünstige, sichere Methode eignet sie sich für das gesamte öffentliche Gesundheitssystem, sobald weitere Studien sie bestätigen. Wir planen Erweiterungen auf andere Gruppen und fördern Freiwilligenarbeit mit nun fundierten Belegen“, fügt er hinzu.