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Die Rolle der Hefe im Brot: So entsteht die luftige Textur

Als erfahrener Bäcker und Lebensmitteltechnologe weiß ich: Hefe ist eine einzellige Pilzart mit rund 1.500 bekannten Arten. Beim Brotbacken kommt Saccharomyces cerevisiae zum Einsatz. Ihre Superkraft? Sie produziert Kohlendioxid (CO₂), indem sie Zuckermoleküle fermentiert. Dieses Gas wird im Teig eingeschlossen und sorgt für die gewünschte schwammige, luftige Struktur.

In einem einzigen Hefepäckchen stecken Milliarden Zellen. Der Zucker stammt aus dem Mehl, das reich an Stärke ist – langen Ketten aus Glukosemolekülen. Zu groß für die Hefe? Kein Problem: Natürliche oder zugesetzte Amylase-Enzyme spalten beim Zugang von Wasser diese Ketten in einzelne Glukosemoleküle auf. Die Hefe verarbeitet diese zu Energie, setzt Wasser und lebenswichtiges CO₂ frei.

Hefe vermehrt sich optimal bei 30–35 °C – ideal auf einer warmen Fensterbank oder im leicht vorgewärmten Ofen. Gegen Ende der Gärung fehlt Sauerstoff, die Hefe schaltet auf anaerobe Fermentation um: Statt Wasser entsteht Alkohol (Ethanol) als Nebenprodukt.

Der fruchtig-säuerliche Duft rohen Teigs stammt daher. Beim Backen verdampft der Alkohol im Ofen, und die Hefezellen sterben ab – ihre Mission ist erfüllt.