Experten haben in Schädelsammlungen US-amerikanischer und australischer Museen eine bisher unbekannte Krokodilart entdeckt. Die Art wurde anhand morphologischer Merkmale identifiziert und mit lebenden Tieren im St. Augustine Alligator Farm Zoological Park in Florida abgeglichen. Die Beschreibung erfolgte in der renommierten Fachzeitschrift Copeia.
Benannt nach dem verstorbenen Forscher Philip Hall, der Pionierarbeit zur Abstammung dieser Linie leistete, stammt Crocodylus halli aus Neuguinea, der großen Insel nördlich von Australien.
Mehr zu Reptilien entdecken:
- Machen Sie es bissig! Krokodilfossil nach 250 Jahren Wartezeit identifiziert
- Wie ändern Chamäleons ihre Farbe?
Die Forscher betonen, dass ihre Erkenntnisse zu neuen Bewertungen des Schutzstatus führen müssen.
Neuguinea beherbergt das Neuguinea-Krokodil (Crocodylus novaeguineae), erstmals 1928 beschrieben. Die Insel mit ihren 304.000 Quadratmeilen wird von einem zentralen Bergrücken in zwei Teile getrennt, was zu geografisch isolierten Populationen führt.

Philip Hall von der University of Florida hatte entscheidende Unterschiede im Nist- und Paarungsverhalten entdeckt, verstarb jedoch vor Abschluss seiner Arbeit.
Chris Murray, Assistenzprofessor an der Southeastern Louisiana University, und Caleb McMahan vom Field Museum setzten die Forschung fort. Sie analysierten 51 Schädel aus Museen in den USA und Australien, um Unterschiede zwischen nördlichen und südlichen Populationen zu prüfen.
McMahan erklärt: „Es gibt neue Arten da draußen, aber viele warten in Museumssammlungen – es braucht nur Zeit und genaue Analyse.“
Nach detaillierter Untersuchung von Form und Struktur besuchte das Team den Florida-Zoo, um sichtbare Merkmale zu validieren.
McMahan zur PA: „Wir kombinierten Beweise aus Morphologie, Biogeographie und Ökologie. Nach der Analyse waren wir überzeugt. Der Höhepunkt: Im Zoo konnten wir lebende Tiere leicht zuordnen – ein echter ‚Eureka‘-Moment.“

„Wir identifizierten sogar anhand eines Schädels den Herkunftsfluss.“
Das Neuguinea-Krokodil wurde im 20. Jahrhundert wegen seiner Haut überjagt, erholt sich aber dank Schutzmaßnahmen. Die IUCN stuft es derzeit als „nicht gefährdet“ ein.

Als separate Arten erfordern beide Populationen neue IUCN-Bewertungen, mahnt McMahan: „Krokodile profitieren weltweit von Schutzmaßnahmen. Regionale Habitatunterschiede wirken sich nun auf zwei endemische Arten aus.“
Aktuell leben rund 100.000 Krokodile auf der Insel.