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Stanford-Forscher entwickeln smarte Toilette zur Früherkennung von Krankheiten durch Urin- und Stuhlanalyse

Stanford-Wissenschaftler haben ein bahnbrechendes Gerät entwickelt, das nahtlos in Toiletten integriert werden kann. Es erkennt Anzeichen verschiedener Krankheiten durch präzise Analysen von Urin und Stuhl – und verändert damit den Alltag für immer.

Das innovative System passt sich der Toilettenschüssel an und nutzt Kameras, Teststreifen sowie Bewegungserkennung, um Proben zu analysieren. Die Daten werden sicher in der Cloud gespeichert.

Die „intelligente Toilette“ eignet sich besonders für Personen mit genetischer Prädisposition für Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom, Prostatakrebs oder Nierenversagen.

Dr. Sanjiv Gambhir, Professor für Radiologie an der Stanford University School of Medicine und leitender Autor der Studie, erklärt: „Unser Konzept reicht über 15 Jahre zurück. Wenn ich es ansprach, lachten die Leute, weil es eine interessante Idee zu sein schien, aber auch ein bisschen seltsam.“

Das Gerät untersucht die biochemische Zusammensetzung von Ausscheidungen: Urinproben durchlaufen physikalische und molekulare Analysen, Stuhlproben werden anhand der Bristol Stool Chart bewertet.

Stanford-Forscher entwickeln smarte Toilette zur Früherkennung von Krankheiten durch Urin- und Stuhlanalyse

Laut Forschern offenbaren die Daten Biomarker für 10 Krankheitsarten, darunter Infektionen, Blasenkrebs und Nierenversagen.

Die Technologie der kontinuierlichen Gesundheitsüberwachung wurde an 21 Probanden getestet. Große klinische Studien sind nötig, um den vollen Nutzen zu bestätigen.

Dr. Gambhir betont: „Im Gegensatz zu Wearables kann man eine smarte Toilette nicht ablegen. Jeder nutzt das Badezimmer – das macht sie unschlagbar bei der Krankheitserkennung.“

Benutzeridentifikation erfolgt durch Fingerabdrucksensor und Analfotos. „Der springende Punkt ist präzises, individuelles Feedback“, sagt Gambhir. „Analabdrücke sind einzigartig – die Scans dienen nur der Zuordnung.“

Diese Technologie ersetzt keinen Arztbesuch oder klinische Diagnose.

Stanford-Forscher entwickeln smarte Toilette zur Früherkennung von Krankheiten durch Urin- und Stuhlanalyse

Zukünftig werden Tests personalisiert, z. B. Glukoseüberwachung bei Diabetes oder Bluttests bei Blasenkrebsrisiko. Molekulare Stuhlanalysen sind in Entwicklung.

„Das ist knifflig, aber machbar“, so Gambhir. „Die smarte Toilette nutzt eine unterschätzte Datenquelle – ohne Mehraufwand für den Nutzer.“