DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Ist der COVID-19-Impfstoff sicher? Expertenmeinungen und Fakten zu Bedenken

Innerhalb eines Jahres nach dem Auftreten von COVID-19 im Vereinigten Königreich ist das scheinbar Undenkbare eingetreten: Menschen landesweit erhalten nun Impfstoffe gegen das Virus.

Der erste zugelassene COVID-19-Impfstoff, der Pfizer-Impfstoff, wurde von der Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) am 2. Dezember 2020 als sicher bestätigt. Dr. June Raine, Chief Executive der MHRA, betonte: „Nach einer strengen wissenschaftlichen Bewertung aller verfügbaren Daten zu Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit.“

Trotzdem zögern viele. Eine YouGov-Umfrage zeigt: Jeder fünfte Brite (und 42 Prozent der 25- bis 49-Jährigen) plant, keinen Impfstoff zu nehmen – vor allem aus Sicherheitsgründen.

Könnte der COVID-19-Impfstoff versteckte Langzeitwirkungen haben?

Da die Impfstoffe zu diesem Zeitpunkt weniger als ein Jahr getestet wurden, sind Langzeitwirkungen noch nicht vollständig erforscht. Dennoch vergleichen Wissenschaftler sie nicht mit Thalidomid.

Thalidomid, 1958 als Beruhigungsmittel und gegen Übelkeit in Schwangerschaft vermarktet, verursachte drei Jahre später schwere Geburtsdefekte.

Im Gegensatz dazu werden COVID-19-Impfstoffe besonders hinsichtlich Schwangerschaft geprüft. Der Pfizer-Impfstoff erhielt kein Freigabe für Schwangere oder Stillende – eine Standardmaßnahme der MHRA für neuartige Impfstoffe ohne spezifische Tests in dieser Gruppe.

Experten wie Dr. Jeremy Rossman, Virologie-Dozent an der University of Kent, sehen geringes Risiko für Langzeitnebenwirkungen: „Nebenwirkungen treten meist in den ersten Monaten auf. Viele Impfstoffe werden seit Juni 2020 getestet – bisher keine Hinweise.“

„Ein Effekt nach Monaten oder Jahren ist möglich, betrifft aber nur extrem wenige Menschen“, ergänzt Rossman. Stattdessen warnt er vor „Long COVID“: Daten aus der COVID-19-Symptom-Tracker-App schätzen, dass 1–10 % der Infizierten 10–12 Wochen später noch Symptome haben, viele bis zu sechs Monate oder länger.

Warum wird der Impfstoff gespritzt?

Während einige Impfstoffe als Nasenspray gegeben werden, erfolgt die Verabreichung von COVID-19-Impfstoffen zunächst per Injektion in den Arm. Dr. Rossman erklärt: „Solche Impfstoffe lassen sich schneller entwickeln, testen und produzieren.“

Zukünftige Varianten könnten nasal sein. Imperial College London testet bereits Oxford/AstraZeneca als Spray. Dr. David Matthews, Virologe an der University of Bristol, sieht Vorteile: „Nasensprays lösen Immunantworten an Schleimhäuten aus – ideal gegen Atemwegsviren. Zudem erfordern sie weniger Schulung.“

Ist der COVID-19-Impfstoff sicher? Expertenmeinungen und Fakten zu Bedenken

Wie hoch ist das Allergierisiko?

Sehr gering. Eine Studie im Journal Of Allergy And Clinical Immunology meldet schwere Reaktionen bei etwa 1 pro Million Dosen – vergleichbar mit neuen Lebensmitteln.

Menschen mit Anaphylaxie-Vorgeschichte (z. B. Adrenalin-Autoinjektor-Träger) sollten ihren Arzt konsultieren, wie beim Grippeimpfstoff. „Deshalb erfolgt die Impfung in medizinischer Umgebung: Reaktionen treten sofort auf und können direkt behandelt werden“, sagt Rossman. Das Risiko bleibt minimal.

Kann der Impfstoff COVID-19 verursachen?

Nein. Zugelassene Impfstoffe können niemanden infizieren.

Traditionelle Impfstoffe nutzen abgetötete Viren, wie den Tollwutimpfstoff (jährlich >15 Millionen Dosen, WHO). Pfizer/BioNTech und Oxford/AstraZeneca enthalten jedoch nur genetische Anweisungen für ein Virusprotein: „Keine Chance auf Infektion“, betont Rossman.

Inaktivierte Viren-Impfstoffe wie Chinas CoronaVac lagern bei 2–8 °C, bergen aber Produktionsrisiken: „Großskalige Herstellung eines gefährlichen Virus und sicheres Abtöten ist anspruchsvoll“, warnt Matthews.

Verändert der Impfstoff die DNA?

Nein. mRNA-Impfstoffe wie Pfizer geben Zellen temporäre RNA-Anweisungen für ein Virusprotein. „RNA interagiert nicht mit DNA, wird schnell abgebaut und löst nur eine Immunantwort aus“, erklärt Rossman. „Es ist ein vorübergehender Effekt ohne bleibende Veränderung.“