In der Natur ist eine der cleversten Überlebensstrategien, wie etwas Unappetitliches auszusehen – idealerweise wie Kot, der keinen Nährwert bietet und zudem eklig wirkt. Diese raffinierte Verteidigungstechnik nennt sich Maskerade und unterscheidet sich von reiner Tarnung, bei der Tiere einfach unsichtbar werden. 'Tarnung ist nur Verstecken', erklärt Dr. John Skelhorn, Maskerade-Experte an der Newcastle University.
1. Vogelkotfrosch (Theloderma asperum)
Der Vogelkotfrosch aus Südostasien (Theloderma asperum) thront auf Blättern und täuscht Schlangen oder Vögel als harmlosen Vogelspritzer vor. 'Vogelkot ist ideal für Maskeraden, da er überall vorkommt', sagt Skelhorn. Er betont die Körperform: 'Als ich einen hielt, zog er die Gliedmaßen so überzeugend ein – sogar mit dem typischen Schimmer von frischem Kot.'

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2. Ceratocaryum argenteum
Pflanzen erfinden kreative Samenstreu-Methoden. Besonders beeindruckend: Das südafrikanische Gras Ceratocaryum argenteum mit glänzenden, pelletförmigen Samen, die Antilopenkot imitieren (links im Bild).

Fleißen Mistkäfer rollen den 'Kot' in Stunden weg und vergraben ihn als Nahrung für sich oder ihre Larven. Die Samen täuschen durch einen chemischen Duft nach Antilopenkot. Forscher der Universität Kapstadt fanden 2015: Die Käfer durchschauen die List später, doch da ist der Samen schon sicher gepflanzt.
3. Asiatischer Schwalbenschwanz (Papilio xuthus)
Raupen sind proteinreiche Leckerbissen. Der Asiatische Schwalbenschwanz (Papilio xuthus) kopiert in jungen Stadien Form, Farbe und Geruch von Vogelkot.

Bei Wachstum wechseln sie zu grüner Tarnung mit falschen 'Augen'. 'Diese Raupe zeigt enorme Anpassungsfähigkeit', sagt Entomologe und BBC-Experte Dr. Ross Piper. Japanische Studien belegen: Gerollte Posen täuschen Vögel effektiver.
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4. Radspinne (Cyclosa ginnaga)
Radnetzspinnen wie Cyclosa ginnaga balancieren Beuteanlockung und Feindabwehr. 'Ein heikles Spiel', sagt Dr. Sara Goodacre vom SpiderLab der University of Nottingham.

Sie weben 'Vogelkot' aus spezieller Seide ins Netz, was Fliegen anzieht. Experimente zeigen: Verdunkelte Netze werden öfter angegriffen – Kot-Maskerade schützt und lockt.
5. Macrocilix maia
Motten wie Macrocilix maia aus Südostasien imitieren nicht nur Kot, sondern eine Szene: Frischer Kot mit zwei Fliegen darauf.

'Vögel sehen besser und detaillierter – starker Selektionsdruck führt zur Perfektion', erklärt Skelhorn. Weitere Forschung nötig für alternative Erklärungen.
6. Phrynarachne decipiens, P. rugosa, Celaenia excavata und Arkys curtulus
'Spinnen sind Kot-Nachahmer-Meister', sagt Goodacre. Arten wie Phrynarachne decipiens (Südostasien) oder P. rugosa (Afrika) passen Größe, Farbe und Duft an.


Sie ziehen Beine ein für Klecks-Optik. Celaenia excavata tarnt tagsüber, Arkys curtulus lockt Fliegen.
