Männliche Dinosaurier wiesen möglicherweise markante Unterschiede zu ihren weiblichen Artgenossen auf, doch diese lassen sich aus Knochenfossilien nur schwer bestimmen, wie ein internationales Forscherteam feststellt.
Dieses Phänomen, bekannt als sexueller Dimorphismus, zeigt sich bei vielen Tieren wie Pfauen oder Hirschen durch unterschiedliche Merkmale der Geschlechter.
Obwohl Paläontologen Geschlechtsdimorphismus bei Dinosauriern vermuten, belegt eine neue Studie, dass eine Unterscheidung allein am Skelett äußerst schwierig ist.
Ein Team mit Beteiligung von Forschern der Queen Mary University of London analysierte Schädel von Gharials – bedrohten Riesenkrokodilen –, um die Machbarkeit einer Geschlechtsbestimmung aus Fossilien zu prüfen.
Dr. David Hone, Zoologie-Dozent an der Queen Mary University und Mitautor der Studie, erklärt: „Wie Dinosaurier sind Gharials große, langsam wachsende Reptilien, die Eier legen – ideale Modelle für ausgestorbene Dinosaurier.“
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Männliche Gharials sind größer und tragen am Schnauzenende ein fleischiges Gebilde namens Ghara, das von einer knöchernen Nasenhöhle bei den Nasenlöchern gestützt wird.
Aus der Untersuchung von 106 Gharial-Exemplaren ergab sich: Abgesehen von der Nasenhöhle bei Männchen ist eine Geschlechtsbestimmung schwierig.

Dr. Hone betont: „Selbst mit bekannter Geschlechtszugehörigkeit war die Unterscheidung männlicher und weiblicher Gharials herausfordernd.“
„Bei Dinosauriern fehlen uns solche großen Datensätze und das Geschlecht ist unbekannt – die Aufgabe ist somit noch komplizierter.“
Falls Dimorphismus bei Dinosauriern unauffällig ist oder kein klares Merkmal wie die Nasenhöhle vorliegt, „bleibt eine Trennung von Männchen und Weibchen mit aktuellen Skelettfunden problematisch“, so Dr. Hone.

Die in PeerJ publizierte Studie widerlegt frühere Annahmen, wonach weibliche T. rex-Exemplare größer als Männchen gewesen seien.
Dr. Hone kritisiert: „Diese These basierte auf nur 25 Fragmenten – unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Stichprobe unzureichend ist.“