Eine aktuelle Studie zeigt: Städtische Rotfüchse ähneln zunehmend domestizierten Hunden, da sie sich hervorragend an urbane Lebensräume angepasst haben.
Forscher stellten fest, dass Rotfüchse in britischen Städten eine geringere Gehirngröße aufweisen als ihre ländlichen Artgenossen. Ihre Schnauzenform hat sich verändert und erleichtert die Nahrungssuche in städtischen Gebieten.
Die Analyse, veröffentlicht in Proceedings of the Royal Society Series B, während vieler Lockdown-Maßnahmen, beobachtete zudem häufigere Sichtungen etablierter Fuchs-Populationen in Städten.
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Dr. Kevin Parsons vom Institut für Biodiversität, Tiergesundheit und vergleichende Medizin der Universität Glasgow leitete das Team. Er erklärt: „Wir untersuchten, ob der veränderte Lebensstil mit morphologischen Anpassungen zwischen städtischen und ländlichen Rotfüchsen einhergeht.“
„An Schädels von Hunderten Füchsen aus London und Umgebung analysiert, ergab sich: Stadtfüchse besitzen kleinere Gehirne und eine angepasste Schnauzenform, ideal für die urbane Nahrungssuche.“
„Dies deutet darauf hin, ob urbane Evolution einzigartig ist oder vergangene Muster wiederholt. Tatsächlich spiegeln die Unterschiede millionenjährige Entwicklungen zwischen Fuchsarten wider.“
„Obwohl die Veränderungen moderat sind, basieren sie auf tief verwurzelten evolutionären Tendenzen – nicht auf zufälligen Mutationen, wie oft fälschlich angenommen.“
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Am Projekt beteiligt waren auch Experten der Universitäten Bristol, Edinburgh und Massachusetts.
Co-Autor Dr. Andrew Kitchener von National Museums Scotland betont: Die Ergebnisse erklären Parallelen zur Hunde-Domestikation.
„Mensch-Tier-Interaktionen sind fortlaufend. Ursprüngliche Domestikationsbedingungen ähneln dem heutigen Stadtleben für Füchse und Co.“
„Diese Anpassung bereitet manche Arten tatsächlich auf eine mögliche Domestikation vor.“
Die Studie Skull morphology diverges between urban and rural populations of red foxes mirroring patterns of domestication and macroevolution erschien in Proceedings of the Royal Society Series B.