Professor Danny Altmann, Immunologe am Imperial College London, warnt: Bis zu 20 Prozent der COVID-19-Patienten könnten wochen- oder monatelang Symptome zeigen. Dies stelle eine erhebliche Zusatzbelastung für den NHS dar.
Altmann bezieht sich auf eine Studie des King’s College London vom Oktober, die mit 5 Prozent eine zu niedrige Quote angibt. Aktuelle Berichte zeigen höhere Werte.
„Viele Experten schätzen 10 bis 20 Prozent, basierend auf Zeitungsberichten über Patienten mit anhaltenden Symptomen nach Monaten“, sagte er in einem Interview bei Times Radio.
Der Forscher fordert die Einrichtung spezialisierter Long-COVID-Kliniken im Vereinigten Königreich. Auf einem künglichen Treffen der WHO plädierte er für effiziente Überweisungssysteme zu Fachärzten.
„Es geht um einen Aufruf zu fundierter Forschung und klaren Strukturen. Ein Klinikschschild allein reicht nicht – wir brauchen qualifizierte Teams“, betonte er.
Zu den Symptomen von Long COVID zählen anhaltende Müdigkeit, Verlust von Geschmack oder Geruch, Atem- und Herz-Kreislaufprobleme sowie psychische Beschwerden – mindestens 12 Wochen lang.
Es gibt „keine absolute Korrelation“ zwischen schwerem Verlauf und Long COVID, warnt Altmann. „Viele Betroffene merkten kaum von der Infektion, hatten keinen PCR- oder Antikörpertest – leiden aber massiv unter Langzeitfolgen.“
„Die prognostizierte Belastung entspricht der durch Arthritis, eine der größten NHS-Ausgabenposten. Das ist ein ernstzunehmendes Risiko für Patientenversorgung und Gesundheitsplanung.“

Trotz der Herausforderungen ist Altmann optimistisch: Am 9. Februar lagen 25.621 COVID-19-Patienten in UK-Kliniken – deutlich weniger als der Januar-Höchststand von über 39.000.
Gesundheitsminister Matt Hancock sieht COVID-19 bald wie Grippe behandelbar, hofft auf Kontrolle bis Jahresende. „Zum Zeitrahmen stimme ich zu, die Zukunft bleibt offen“, kommentierte Altmann.

Zur rückgehenden Krankenhausbelegung: „Lockdown und Impfungen wirken gemeinsam. Ich bin vorsichtig optimistisch – wir können gewinnen.“