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99 Millionen Jahre alte Amphibien mit chamäleonartiger Projektilzunge: Revolutionäre Fossilienentdeckung

Paläontologen haben in Fossilien von vor 99 Millionen Jahren die ältesten Beweise für eine Schleuderzunge bei 'seltsamen' Amphibien entdeckt.

Diese gepanzerten Kreaturen, bekannt als Albanerpetontiden, waren 'Sitz-und-Warte-Raubtiere', die ihre Beute mit einem präzisen Projektilschuss ihrer ballistischen Zunge erbeuteten.

Trotz eidechsenartiger Klauen, Schuppen und Schwänze belegen detaillierte Analysen, dass Albanerpetontiden echte Amphibien und keine Reptilien waren, wie das Forschungsteam berichtet. Die Ergebnisse, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Science, widerlegen frühere Annahmen, wonach diese Tiere unterirdisch lebten, und beleuchten ihre Jagdstrategie neu.

'Diese Entdeckung fügt dem Puzzle dieser obskuren Gruppe seltsamer kleiner Tiere ein supercooles Stück hinzu', erklärt Edward Stanley, Direktor des Digital Discovery and Dissemination Laboratory am Florida Museum of Natural History und Mitautor der Studie. 'Zu wissen, dass sie diese ballistische Zunge hatten, gibt uns ein völlig neues Verständnis dieser gesamten Abstammungslinie.'

99 Millionen Jahre alte Amphibien mit chamäleonartiger Projektilzunge: Revolutionäre Fossilienentdeckung

Heutige Amphibien umfassen drei Hauptlinien: Frösche, Salamander und gliedlose Blindwühlen.

Forscher identifizieren Albanerpetontiden als vierte Linie, die bis vor zwei Millionen Jahren existierte und mindestens 165 Millionen Jahre alt ist.

Co-Autorin Susan Evans, Professorin für Wirbeltiermorphologie und -paläontologie am University College London, schätzt die Abstammung sogar auf über 250 Millionen Jahre. 'Falls frühe Albanerpetontiden bereits ballistische Zungen besaßen, wäre dieses Merkmal älter als bei Chamäleons, die vor etwa 120 Millionen Jahren entstanden', betont sie.

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Die Fossilien stammen aus Myanmar, eingebettet in Bernstein. Ein Exemplar in 'neuwertigem Zustand' ermöglichte präzise Untersuchungen und beschreibt eine neue Art: Yaksha perettii, etwa 5 cm lang ohne Schwanz.

'Wir stellen uns dieses stämmige kleine Wesen vor, das sich durch die Laubstreu bewegt und gelegentlich mit seiner Zunge nach einer Fliege schnappt', beschreibt Evans.

Ein weiteres Fossil – ein Jungtier, zuvor fälschlich als Chamäleon klassifiziert – zeigt ähnliche Merkmale wie Krallen, Schuppen, große Augenhöhlen und Projektilzunge.

Diese Zungen erklären anatomische Besonderheiten wie ungewöhnliche Kiefer- und Halsgelenke sowie große, nach vorn gerichtete Augen – typisch für Raubtiere. Möglicherweise atmeten sie rein durch die Haut, ähnlich wie einige Salamander.

Trotz der Erkenntnisse bleibt die genaue Position der Albanerpetontiden im Stammbaum der Amphibien rätselhaft. 'Theoretisch könnten sie Hinweise auf die Vorfahren moderner Amphibien geben', sagt Evans. 'Leider sind sie so spezialisiert und eigenwillig, dass sie uns nur begrenzt helfen.'