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Entdeckung einer neuen Nothosaurier-Art aus der Trias: Brevicaudosaurus jiyangshanensis

Die detaillierte Analyse zweier Skelette hat eine bisher unbekannte Art von Nothosauriern zutage gefördert – aquatische Reptilien, die in der Trias-Zeit (vor etwa 252 bis 201 Millionen Jahren) die Meere bewohnten.

Die 60 cm langen Fossilien wurden anhand ihres kleinen Kopfs, der breiten Schnauze, des langen Halses und der flossenartigen Gliedmaßen als Nothosaurier klassifiziert. Laut der Studie unterscheiden sich die Exemplare jedoch „von anderen bekannten Nothosauroiden hauptsächlich durch einen ungewöhnlich kurzen Schwanz“.

„Ein langer Schwanz dient oft zum schnellen Schub durch Wasserpeitschen, doch diese neue Art war wahrscheinlich optimal an seichte Meeresgewässer in Bodennähe angepasst“, erklärt Dr. Qing-Hua Shang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Mitautor der Veröffentlichung.

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Der kurze, abgeflachte Schwanz diente dem Reptil wie einem Unterwasserschwimmer zur Stabilisierung, sodass es mit minimalem Energieaufwand durchs Wasser gleiten und nach Beute suchen konnte.

Weitere Anpassungen umfassten kräftige Vorderbeine, kurze Vorderpfoten sowie dicke, dichte Knochen. Diese Merkmale der Brevicaudosaurus jiyangshanensis sorgten für erhöhte Unterwasserstabilität, wenngleich sie die Schwimmgeschwindigkeit begrenzten.

Gerade die dicken Knochen machten B. jiyangshanensis neutral boyant: In flachem Wasser entsprach ihre Dichte der des Meeres, sodass es weder absank noch auftauchte – ideal für müheloses Schwimmen. Große Rippen deuten zudem auf ausgedehnte Lungen hin, die längere Tauchzeiten bei der Nahrungssuche ermo glichten.

Entdeckung einer neuen Nothosaurier-Art aus der Trias: Brevicaudosaurus jiyangshanensis

Am Kopf faszinierte die Forscher der Steigbügel im Mittelohr. Statt dünn wie bei vielen zeitgenössischen Meeresreptilien war er „relativ massiv“. Dieser dicke, stabförmige Knochen, der der Schallübertragung dient, deutet auf ein ausgezeichnetes Gehör hin.

„Dieses kleine, langsam schwimmende Meeresreptil musste in seichten Gewässern wachsam gegen große Raubtiere sein – und war selbst ein Jäger“, fasst Mitautor Dr. Xiao-Chun Wu vom Canadian Museum of Nature zusammen.