Von der Nahrung, die wir essen, über die Kleidung, die wir tragen, bis hin zu sauberem Wasser und gesunden Meeren: Wirbellose sind essenziell für unser Leben. Als Experten für Naturschutz wissen wir, dass sie für die Bestäubung von Kulturpflanzen, die Bodenstrukturierung, die Schädlingsbekämpfung und die Umwandlung von Abfall in Nährstoffe unverzichtbar sind. Sie bereichern zudem unsere Tierwelt, Kunst und Kultur.
Sie sind außergewöhnlich – und ohne sie könnten wir nicht überleben, geschweige denn gedeihen. Zwar können manche lästig sein, doch durch intensive Forschung zum Töten einiger Arten haben wir den Schutz der übrigen vernachlässigt und ihnen oft geschadet.
Studien zeigen dramatische Rückgänge in lokaler und regionaler Insektenvielfalt und -zahl. Weltweit droht ein massiver Verlust, besonders durch Landnutzungsänderungen und Klimawandel. Mehr Forschung ist dringend nötig, um betroffene Arten zu identifizieren.
Chemikalien schaden nicht nur oberirdischen Insekten wie Bienen und Käfern, sondern auch bodenlebenden wie Springschwänzen und Würmern. Entwaldung, Heckenabbau und Monokulturen reduzieren Lebensräume. Der Klimawandel verstärkt dies durch Extreme.
Doch es ist nicht zu spät. Je mehr Wissen über die Bedeutung von Insekten verbreitet wird, desto besser. Jeder kann helfen – oft mit minimalem Aufwand. Hier sind neun einfache Maßnahmen.
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- Über ein Viertel der an Land lebenden Insekten in den letzten 30 Jahren verloren
Kaufen Sie Bio-Lebensmittel und -Kleidung

Der Kauf biologischer Produkte ohne Pestizide unterstützt Landwirte und fördert nachhaltige Praktiken. Achten Sie auf Bio-Logos. Frische Ware ist am besten – stark Verarbeitetes schadet Gesundheit, Landwirten und Umwelt.
Kaufen Sie keine unnötige Kleidung

Das Nachhaltigste ist, was Sie bereits nutzen. Baumwollanbau und Materialgewinnung zerstören Insektenhabitate. Reparieren, wiederverwenden und recyceln Sie, um Entwaldung und intensive Landwirtschaft einzudämmen.
Lassen Sie Ihren Garten wild wachsen

Ein wilder Garten ist spannender als eine monotone Rasenfläche. Lassen Sie Teile ungemäht: Motten, Käfer und Schwebfliegen kommen und finden Nahrung sowie Schutz. In meinem 5 m² Stadtgarten habe ich Dutzende Arten entdeckt – wilder, lebendiger und voller Summen. Weniger graben schont Würmer und Bodenorganismen bei ihrer Arbeit.
Kaufen Sie Pflanzen bei lokalen Anbietern

Vermeiden Sie Importware mit Schädlingen oder Pestiziden. Lokale Gärtnereien, eigene Samen oder Stecklinge sind ideal. Tauschen Sie mit Freunden – das Wachstum eigener Pflanzen ist pure Freude.
Wecken Sie Kindern das Interesse an Insekten

Fördern Sie die nächste Generation von Naturschützern. Lassen Sie Kinder neugierig bleiben, statt Angst zu schüren. Gehen Sie auf Insekten-Schatzsuche, suchen Sie Spuren wie Blattminierer oder bauen Sie Käferhotels.
Schließen Sie sich einer Naturschutzgruppe an

Parkgruppen pflanzen Blumenwiesen, Hecken und Teiche für Bestäuber. Initiativen wie Buglifes B-Lines schaffen Insektenkorridore. Finden Sie lokale Gruppen und engagieren Sie sich.
Nehmen Sie an Insektenumfragen teil

Citizen Science braucht nur Minuten: Zählen Sie Bienen, Wespen oder Schmetterlinge. Projekte wie der Big Butterfly Count helfen Forschern, Populationen zu überwachen.
Fördern Sie Wildblumenränder

Fordern Sie ungemähte, ungedüngte Ränder in Ihrer Gemeinde – ohne Herbizide. So blühen Wildpflanzen und bieten Bestäubern Nahrung und Habitat.
Werden Sie Teil der Bewegung

Machen Sie Fotos, teilen Sie sie und sprechen Sie darüber. Wissenschaftler brauchen öffentliche Unterstützung, um den Insektenrückgang zu stoppen.
- Instant Genius Podcast: Der Niedergang der Insekten, mit Prof. Dave Goulson