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ESA plant "Satellitenumarmer": Tentakelarme räumen gefährlichen Weltraumschrott auf

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) geht dem wachsenden Problem des Weltraumschrotts mit einer innovativen Technologie nach: Tentakelarmen, die defekte Satelliten wie eine sanfte Umarmung einfangen und aus der Umlaufbahn bringen.

Mögliche Alternativen wie Netze, Roboterarme oder Harpunen wurden ebenfalls evaluiert, doch die Tentakelarme erweisen sich als vielversprechendste Lösung.

Beim ESA-Ministerrat im vergangenen Monat wurden die Weltraumsicherheitsprogramme mit 412 Millionen Euro finanziert.

Ein Teil dieser Mittel fließt in eine Mission zur Entfernung nicht mehr funktionsfähiger Satelliten aus der Erdumlaufbahn.

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Holger Krag, Leiter des Space Debris Office der ESA, bestätigt: Die Entwicklung der Mission startet nun, mit Fokus auf eine wiederverwendbare Technologie.

In seiner Rede auf der EU-Weltraumwoche in Helsinki betonte er: „Das Ziel ist, diese Entfernungsmaßnahmen häufiger durchzuführen – sie müssen kostengünstig sein.“

„Die wahrscheinlichste Technologie sind Tentakelarme, die das Objekt umfassen, ohne es direkt zu berühren“, erklärte Krag. „Die Dynamik im All erlaubt eine sanfte Umarmung, die die Taumelbewegung dämpft.“

Diese Aufgabe ist hochkomplex: Man muss mit einem unbekannten Objekt umgehen und es sicher deorbten – eine Weltpremiere.

Weltraumschrott birgt Kollisionsrisiken für aktive Satelliten. Von rund 4.500 Objekten im Orbit sind nur 1.500 betriebsbereit.

Die britische Weltraumagentur investiert 374 Millionen Pfund jährlich in ESA-Programme und sichert so Beteiligung an der Schrottbeseitigungsmission.

Die ESA betreibt 20 Raumfahrzeuge, die täglich Hunderte Kollisionswarnungen erhalten – meist Fehlalarme aufgrund begrenzter Datenpräzision.

„Ab einer Kollisionswahrscheinlichkeit von 1:10.000 manövrieren wir“, sagt Krag. „In 9.999 Fällen wäre nichts passiert.“

Manöver verbrauchen Treibstoff und unterbrechen Missionen: „Bei teuren Wissenschaftsmissionen bedeutet eine Unterbrechung wirtschaftliche Verluste in unvorstellbarer Höhe für Hunderte Forscher.“