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„Lernfenster“ für Sprachen und Musik bis ins Erwachsenenalter erweitert – bahnbrechende Studie bei Mäusen

Wenn Sie Ihr Kind zu einem fließenden Fremdsprachensprecher oder talentierten Konzertpianisten machen möchten, gilt der Rat: Je früher, desto besser. Dieser Empfehlung liegt eine solide wissenschaftliche Basis zugrunde – Kinder meistern auditives Lernen deutlich effizienter als Erwachsene. Nun haben Experten des St. Jude Children’s Research Hospital in Memphis, Tennessee, dieses kritische „Lernfenster“ bei Mäusen bis ins frühe Erwachsenenalter verlängert. Eine Entdeckung, die ambitionierte Eltern weltweit begeistern wird.

In der renommierten Zeitschrift Science veröffentlicht, nutzten die Forscher Techniken zur Reduktion der Adenosin-Versorgung im Gehirn oder zur Blockade des essenziellen A1-Rezeptors. Adenosin dämpft die Freisetzung des Neurotransmitters Glutamat, der im auditiven Thalamus und der auditorischen Hirnrinde für die Verarbeitung von Geräuschen zuständig ist. Durch die Unterdrückung der Adenosin-Produktion und -Aktivität standen diesen Hirnregionen mehr Glutamat zur Verfügung. Erwachsene Mäuse mit gesenkten Adenosinspiegeln zeigten eine überlegene Fähigkeit, Töne zu unterscheiden, im Vergleich zur Kontrollgruppe.

„Diese Ergebnisse eröffnen eine vielversprechende Strategie, um dasselbe Fenster auch beim Menschen zu erweitern – etwa für den Erwerb von Sprach- oder Musikfähigkeiten, möglicherweise durch Medikamente, die selektiv Adenosin blockieren“, erklärt Studienleiter Dr. Stanislav Zakharenko.

Achtung jedoch: Adenosin spielt auch eine Schlüsselrolle beim Schlaf und der Regulation von Erregungszuständen. Sollte aus Ihrem kleinen Virtuosen ein schlafloser Überdreher werden, sind wir nicht verantwortlich …

  • Dieser Artikel erschien zuerst im Entdeckungen-Abschnitt von Ausgabe 311 von BBC Focus Magazin – für die neuesten Nachrichten, Features und Innovationen, die direkt an Ihre Haustür geliefert werden, hier abonnieren.