Laut einer Studie der University of Sheffield könnte das etablierte Arthritis-Medikament Methotrexat (MTX) eine effektive und kostengünstige Option für Patienten mit Blutkrebsarten wie Polycythaemia vera (PV) und essenzieller Thrombozythämie (ET) darstellen. Die Forscher unter Leitung von Dr. Martin Zeidler zeigten, dass MTX Symptome signifikant reduziert.
Jährlich werden in Großbritannien rund 6.000 Fälle von PV oder ET diagnostiziert – Erkrankungen, die eine Überproduktion roter Blutkörperchen (bei PV) bzw. Blutplättchen (bei ET) verursachen. Betroffene leiden oft unter Juckreiz, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Nachtschweiß.
Aufbauend auf früheren Arbeiten des Medical Research Council führten Dr. Martin Zeidler vom Department of Biomedical Science der University of Sheffield, Dr. Sebastian Francis vom Department of Haematology am Royal Hallamshire Hospital sowie Teams der Universitäten Oxford und Cambridge die Studie durch. Sie stellten fest, dass MTX nicht nur Symptome verbessert, sondern auch erhöhte Blutwerte senken kann.
Aktuelle Therapien kontrollieren zwar die Blutwerte, bieten jedoch oft keine ausreichende Linderung der belastenden Symptome, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können, betonen die Wissenschaftler.
Die Analyse umfasste Krankenhausakten von 11 Patienten mit PV oder ET, die MTX bereits aus anderen Gründen (z. B. rheumatoider Arthritis) einnahmen. Trotz der kleinen Stichprobe und des bestehenden Arthritis-Hintergrunds wiesen diese Patienten signifikant geringere Symptomwerte auf als Vergleichspatienten ohne MTX.
Dr. Zeidler erklärt: „Obwohl eine klinische Studie zur Validierung notwendig ist, sind unsere Ergebnisse ermutigend. Dieses seit fast 40 Jahren bewährte Arthritis-Medikament kann Blutkrebspatienten spürbare Linderung bieten, die herkömmliche Therapien oft nicht erreichen.“
„Bei den extrem niedrigen Kosten von MTX könnte diese Therapie Gesundheitssysteme weltweit entlasten und erheblichen klinischen sowie wirtschaftlichen Nutzen bringen.“
Die Ergebnisse erschienen im British Journal of Haematology.