Der Mann, der „alle Messer an Bord des Schiffes“ verschluckt hat
1808 wurde ein amerikanischer Seemann ins Guy’s Hospital in London eingeliefert. Er klagte über starke Bauchschmerzen, die Ärzte jedoch nicht nachvollziehen konnten. Sie glaubten ihm nicht, als er berichtete, Dutzende Messer verschluckt zu haben.
Monate später verstarb er. Die Obduktion offenbart: In Magen und Darmen fanden sich die korrodierten Reste von über 30 Klappmessern. Sie stammten aus einem fatalen Partytrick – einmal hatte er sogar 14 auf einmal geschluckt. Jahre später zahlte er den hohen Preis.
2Ein Junge, der wie eine Gans hupte
1848 rief der deutsche Chirurg Karl August von Burow zu einem außergewöhnlichen Fall: Ein Junge aus einem Dorf hatte Atembeschwerden und hupte bei jedem Ausatmen wie eine Gans.
Die Kinder spielten, indem sie durch die Kehle einer frisch getöteten Gans pusteten. Der Junge hustete mitten im Spiel und inhalierte versehentlich den Gänsekopf.
Von Burow führte eine Tracheotomie durch und entfernte den Fremdkörper. Der Patient erholte sich vollständig.
3Die Bandwurmfalle
1854 patentierte der US-Arzt Alphonsus Myers eine kuriose Erfindung: eine „Bandwurmfalle“. Ein hohles Goldröhrchen mit Käsestück als Köder, an einer Schnur befestigt.
Der Patient schluckt es, der Wurm beißt an – ein Zug an der Schnur, und alles kommt heraus. Myers behauptete, damit einen 15 Meter langen Bandwurm gefangen zu haben. Tatsächlich war das Gerät wirkungslos und schnell vergessen.
4Ein menschlicher Drache
1889 entzündete sich in Manchester der Atem eines 24-jährigen Fabrikarbeiters: Beim Ausblasen eines Streichholzes explodierte sein Atem wie ein Pistolenschuss, Gesicht und Schnurrbart brannten.
Mehrmals wiederholt, gab er das Rauchen auf. Sein Arzt führte einen Schlauch in den Magen und fand: Eine Darmverstopfung ließ Methan gären. Mit Trial-and-Error fand er ein Mittel gegen den „Drachenatem“.
5Die Taubenrumpf-Kur
Im 19. Jahrhundert experimentierten Ärzte mit manchen Bizarrerien. 1850 in St. Petersburg scheiterte Dr. J. F. Weisse mit Medikamenten bei einem kranken Kind und probierte ein Volksmittel: Den Hintern einer Taube auf den Anus des Kindes legen.
Der Vogel reagierte, das Kind erbrach sich und erholte sich. Die Taube starb. Die „Taubenrumpf-Kur“ sorgte in London für Lacher, doch Weisse forderte weitere Versuche mit Geflügel.
6Von seinen falschen Zähnen getötet
1842 starb der 35-jährige Apothekergehilfe Herr H. aus London an Atembeschwerden, die man Asthma zuschrieb. Einläufe und Aderlässe halfen nicht.
Die Obduktion offenbarte: Ein Teilzahnersatz in der Brusthöhle. Dreizehn Jahre zuvor „verschluckt“, tatsächlich eingeatmet, saß er nun tödlich fest.
7Schnecken im Bauch
1859 erbrach die 12-jährige Sarah Ann aus London eine lebende Gartenschnecke, gefolgt von sieben weiteren. Sie naschte Garten-Salat.
Der Arzt mutmaßte: Junge Schnecken waren mit dem Salat verschluckt und im Magen gereift. Schlagzeile: „Kann die Gartenschnecke im menschlichen Magen leben?“ Antwort: Nein.
8Die selbstverschuldete Blasenstein-Operation
Blasensteine waren im 18. Jahrhundert gefürchtet; die Lithotomie brutal. 1782 erfand Claude Martin in Indien eine Stricknadel-Feile.
Dreimal täglich führte er sie ein und feilte den Stein Stück für Stück weg. Nach sechs Monaten war er geheilt – Pionier einer selbst durchgeführten Therapie.